Ausstellung 21.05. bis 15.08.21

Zentrum Paul Klee

Riesen=Schöpfung

Die Welt von Adolf Wölfli

Bern, Zentrum Paul Klee: Der heute international gefeierte Berner Art-Brut Künstler Adolf Wölfli (1864-1930) verbrachte einen Grossteil seines Lebens in der damaligen Psychiatrischen Klinik Waldau, wo er sein eigenes künstlerisches Universum erschuf. Bis 15.8.21

Der heute international gefeierte Berner Art-Brut Künstler Adolf Wölfli (1864-1930) verbrachte einen Grossteil seines Lebens in der damaligen Psychiatrischen Klinik Waldau, wo er sein eigenes künstlerisches Universum erschuf. Wölfli füllte tausende von Blättern mit Bildern, Mustern, Worten und Musiknoten: insgesamt über 25.000 Seiten, die er in 45 Heften bündelte. Sie werden nun erstmals in ihrer Gesamtheit gezeigt.

Adolf Wölfli als einen Künstler zu bezeichnen, war vor 100 Jahren eine kühne Aussage. Der Psychiater und Arzt Walter Morgenthaler hat dies in der ersten Monografie „Ein Geisteskranker als Künstler” über den Patienten der Waldau gewagt und damit im Jahr 1921 sowohl die Psychiatrie als auch die Kunst herausgefordert. Heute geniesst Wölflis aussergewöhnliches Schaffen weltweit hohe Anerkennung.

Wölfli hingegen war sein Status lange schon klar. Im Alter von 35 Jahren kam er in der Psychiatrischen Heilanstalt Waldau in Bern zur Kunst. Dort erschuf er als Zeichner, Komponist und Schriftsteller bis zu seinem Tod 1930 ein ausuferndes Werk, ein Universum auf über 25 000 Seiten – die „Skt. Adolf-Riesen-Schöpfung” wie Wölfli sie selber bezeichnete. Sein Werk ist einzigartig in der Kunst des 20. Jahrhunderts.

Wölfli selbst sah im schriftstellerischen Œuvre sein Hauptwerk. Daran arbeitet er mit wenigen Unterbrüchen von 1908 bis zu seinem Tod 1930. Er erschuf eine idealisierte Lebensgeschichte, in der er und seine Getreuen durch Länder und Kontinente imaginierter Welten reisen. Es sind fantastische Kopfreisen, die in einem bemerkenswerten Kontrast zu seiner Verwahrung in der Waldau stehen. Gebunden sind Wölflis Schriften in prächtige Folianten, die mit Tonstücken, Gedichten und Illustrationen durchsetzt sind.

Die Ausstellung folgt der Präferenz des Künstlers und stellt eine Auswahl der Bücher erstmals in den Mittelpunkt einer Präsentation. So werden die Zeichnungen wieder in den Zusammenhang der Schriften überführt.

Ergänzt wird die umfassende Präsentation durch eine Auswahl aus den frühen Bleistiftzeichnungen sowie dokumentarisches Material aus dem Anstaltsalltag des Künstlers. Die Ausstellung macht nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen Adolf Wölflis Œuvre entstanden ist und zeigt auf, wie er als Künstler gearbeitet hat.

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