Schloss

Schloss Esterházy

Eisenstadt: Leben und Wirken jener Fürstenfamilie, die über Jahrhunderte die Geschichte des pannonischen Raums im Herzen Europas mitprägte. Größtes Weinmuseum Österreichs. Der Komponist Joseph Haydn.

Schloss Esterházy veranschaulicht das Leben und Wirken jener Fürstenfamilie, die über Jahrhunderte die Geschichte des pannonischen Raums im Herzen Europas mit­prägte.

Musiksaal

Der heutige Haydn-Saal gehört mit seiner hervorragenden Akustik zu den besten und schönsten Konzertsälen der Welt. 1761 engagiert, hat Haydn unter vier verschiedenen Dienstgebern fast 40 Jahre lang darin musiziert und explizit für diesen Saal drei Symphonien komponiert, die er Morgen-, Mittags- und Abendsymphonie nannte. Der Saal mit historischem Fußboden und herrlichen Deckengemälden, geschaffen vom italienischen Künstler Carpoforo Tencalla, zeichnet sich durch einen sehr sauberen und klaren Ton aus, noch heute finden darin Konzerte statt.

Appartement

Die prunkvollen Räume der Familie Esterházy, wo auch Kaiserin Maria Ludovica gelegentlich zu nächtigen be­liebte, sind mit kunsthistorisch bedeutsamen Exponaten aus der historischen Sammlung ausgestattet, u.a. das Esterházy-Majoratssilber als weltweit größtes im Ensemble erhaltenes klassizistisches Tafelsilber. Darüber hinaus bietet die Besichtigung ungewöhnliche Einblicke in die Baugeschichte des Schlosses.

Der Empiresaal (Speisesaal) ist in die Geschichte eingegangen: hier wurde Joseph Haydns Kaiserhymne, die später zur deutschen Nationalhymne wurde, im Jahr 1797 als Streichquartett uraufgeführt. Das Werk war ursprünglich ein Volkslied der Burgenland-Kroaten, die ab 1526 als Flüchtlinge der Türkenkriege im Westen des damaligen Königreichs Ungarn angesiedelt wurden und heute den Status einer anerkannten Minderheit genießen.

In einem der Folgeräume zeigt ein ganz besonderes, sehr sorgfältig restauriertes Gemälde eine noch sehr junge Kaiserin Elisabeth in ihrem zweiten Ehejahr. Obschon sie zu dieser Zeit noch keine gekrönte ungarische Königin war, trägt sie ein Kleid in den ungarischen Farben. In der Mitte ihres reich mit Edelsteinen besetzten Armbands ist eine winzige Miniatur mit einem Porträt von Kaiser Franz Joseph zu erkennen.

Die meisten Salons der Beletage sind der Chinoiserie gewidmet, einer Kunstrichtung, die sich an China, Japan, der Mongolei und anderen ostasiatischen Vorbildern orientierte. Auf einigen der über 300 Jahre alten Papiertapeten sind Tiere zu erkennen. Der Kranich galt in Adelskreisen als Symbol für Fruchtbarkeit und langes Leben: dieser Raum wurde wohl zweitweise als Schlafzimmer der Fürstin benutzt.

Der Schreibsalon der Fürstin, die ihre Briefe ausschließlich auf französisch verfaßte, zeichnet sich durch kunsthistorisch sehr wertvolle Biedermeier-Papiertapeten aus, bei denen jede einzelne Blume händisch aufgetragen ist. Ihr „Leibstuhl” verbirgt sich hinter einem Chinoiserie-Paravant.

Die Erste Kammerfrau war engste Vertraute und beste Freundin der Fürstin und daher sehr nah bei ihr untergebracht. Über eine Wendeltreppe gelangen die Teilnehmer der Schlossführung (und nur diese) hinauf ins Zwischengeschoss, wo sich nicht nur die Räume der Dienstboten befanden, sondern auch ein Raum, von welchem aus die Fürstin dem Gottesdienst in der angrenzenden Schlosskapelle im Pyjama oder Schlafrock folgen konnte.

Die Orgel der Kapelle stammt zum Teil noch aus Joseph Haydns Zeit und wurde von ihm auch regelmäßig bespielt.

Haydn explosiv

Joseph Haydns Karriere als Hofkapellmeister und Komponist im Dienst der Fürsten Esterházy sowie seine Bedeutung als Kompo­nist wird in einer multimedial gestalteten Ausstellung im Erdgeschoss des Schlosses dargestellt. Ein großformatiges Gemälde des Malers Isidor Neugass läßt Joseph Haydn, flankiert von einem Harfe spielenden Apoll und einer Beethoven-Büste, in die Sala Europa blicken, ein besonders prachtvoll ausgestattetes Möbelstück wiederum beherbergte einst einen Musikautomaten.

Weinkeller

In den Kellergewölben des Schlosses befindet sich Österreichs größtes Weinmuseum mit über 700 ungewöhnlichen Objekten rund um Wein und Weinbau, Weinherstellung und Weinkultur unter den Fürsten Esterházy.

Der Verfasser hat Schloss Esterházy am 19.4.2022 besucht.

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Joseph Haydn

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