Ausstellung 16.07.21 bis 09.01.22

Museum Fünf Kontinente

Sehnsucht Japan

Reiseerinnerungen des Malers Wilhelm Heine

München, Museum Fünf Kontinente: Heine erkundete, fotografierte und skizzierte 1860 Edo und seine Umgebung, fertigte Skizzen an und publizierte seine Erinnerungen in einem reich bebilderten Folianten. Bis 9.1.22

160 Jahre nach Abschluss des ersten deutsch-japanischen Freundschafts- und Handelsvertrags sind erstmals seit mehr als 100 Jahren Gemälde, die auf den Impressionen des Augenzeugen Bernhard Peter Wilhelm Heine (1827-1885) beruhen, in einer Sonderausstellung zu sehen.

Der in Dresden geborene Heine studierte Architektur und Malerei. Zu seinen Professoren gehörte Semper, zum engsten Freundeskreis seines Vaters Richard Wagner. Seine Anstellung als Hoftheatermaler währte nur kurz, da er nach der Niederschlagung des Dresdner Maiaufstands 1849 als mutmaßlicher Revolutionär ins amerikanische Exil floh. Dort warb er erfolgreich um seine Teilnahme als Zeichner an der amerikanischen Japan-Expedition 1853-1854 unter Commodore Mathew Perry, die mit der erzwungenen wirtschaftlichen Öffnung des Landes endete.

1860 reiste Heine erneut nach Japan: dieses Mal mit einer preußischen Gesandtschaft unter Leitung von Friedrich Graf zu Eulenburg. Heine erkundete und fotografierte Edo und seine Umgebung, fertigte Skizzen an und publizierte seine Erinnerungen zwischen 1873 und 1875 in einem reich bebilderten Folianten mit dem Titel „Japan. Beiträge zur Kenntnis des Landes und seiner Bewohner”.

Für die Illustrationen des Prachtbandes griff er auf Skizzen und Fotografien von seinem zweiten Aufenthalt in Japan zurück. Da er durch einen Schlaganfall geschwächt war, zog er als Mitarbeiter Malerfreunde hinzu. Farbbilder konnten noch nicht reproduziert werden, weshalb er und seine Helfer für die Abbildungen in dem Werk 50 Gemälde in Grisaille-Technik anfertigten, die dann fotografisch reproduziert und in das Buch eingeklebt wurden.

28 dieser 50 Vorlagen, die ein romantisches Bild des alten Japans zeigen, sind nun zusammen mit Heines eigenem Exemplar des Folio-Bandes und einem Panoramagemälde des alten Edo aus Anlass der 160 Jahre deutsch-japanischer Beziehungen in dieser Sonderausstellung zu sehen.

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