Ausstellung 24.10.20 bis 24.01.21

Museum Ludwig

Sisi privat

Die Fotoalben der Kaiserin

Köln, Museum Ludwig: Unter den achtzehn Photoalben der Kaiserin von Österreich finden sich auch drei „Schönheiten-Alben”. Wie kuratierte Elisabeth diese Werke in ihrer privaten Schönheitengalerie, ihrem Pendant zu jener von gemalten Porträts schöner Frauen im Nymphenburger Schloss? Und wieso der Fokus auf Frauen? Bis 24.1.21

Wie viele Frauen gehobener Stände sammelte auch Elisabeth von Österreich-Ungarn, genannt Sisi, in den 1860er Jahren Porträtfotografien: es war en vogue. Das Museum Ludwig verwahrt achtzehn ihrer Alben mit ca 2.000 Fotografien im sogenannten Carte de Visite Format. Das sind auf Karton fixierte Fotografien im Format 6 x 9 cm: Adelige, Mitglieder von Elisabeths Familie, Berühmtheiten und Kunstwerke.

Unter den achtzehn Alben der Kaiserin finden sich auch drei „Schönheiten-Alben”: „was Du für hübsche Gesichter auftreiben kannst beim Angerer und anderen Photographen, bitte ich Dich, mir zu schicken”, schrieb sie ihrem Schwager Erzherzog Ludwig Viktor 1862 aus Venedig.

So kostbar die drei Alben gestaltet sind, so heterogen scheint auf den ersten Blick die Zusammenstellung. Wie kuratierte Elisabeth diese Werke in ihrer privaten Schönheitengalerie, ihrem Pendant zu jener von gemalten Porträts schöner Frauen im Nymphenburger Schloss? Und wieso der Fokus auf Frauen? Die Antwort lautet: Sie nutzte diese hoch inszenierten Bilder für die Konturierung ihres eigenen Images, denn sie war sich des Wechselspiels von Sehen und Gesehenwerden sehr bewusst.

Die Jahre, in denen sie die Alben anlegte waren jene, in denen sie, wie ihre Biografin Brigitte Hamann schrieb, aus Wien „geflohen” war und monatelang in Venedig, auf Madeira und Korfu lebte. In dieser Zeit der Abwesenheit aus Wien und des Sammelns von Fotografien reifte sie zu einer energischeren, selbstbewussteren Persönlichkeit, deren Schönheit legendär werden sollte.

Mit etwa dreißig Jahren beschloss Elisabeth von Österreich-Ungarn, die mit dem süßlichen Romy Schneider/Sissi-Charakter der Ernst Marischka Filme kaum etwas gemein hatte, sich nicht mehr fotografieren zu lassen, nicht einmal mehr für eine medizinische Röntgenaufnahme.

In der Präsentation werden die Zusammenhänge zwischen ihrem geradezu obsessiven Sammeln von Frauenporträts und dem Bild, das sie von sich entwirft bzw. später verweigert, skizziert.

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