Ausstellung 16.11.25 bis 19.04.26
Die Studienausstellung präsentiert die Ergebnisse der hauseigenen Provenienzforschung zu den Beständen aus der einstigen deutschen Kolonie in Kamerun. Dabei geht es zum einen um die Erwerbswege der Dinge und die dahinterstehenden Sammler, aber auch um die Frage, wie aus Sicht des heutigen Kamerun mit dem kolonialen Erbe umgegangen wird.
In zahlreichen Museen Deutschlands lagern zehntausende Objekte aus den einstigen Kolonien. Zusammengetragen von Forschungsreisenden, Händlern, Soldaten und Touristen spiegeln sie zum einen das Interesse an der weiten Welt außerhalb Europas, an der Fremde und Exotik in einer Zeit lange vor Massenmedien und allgemein zugänglicher Bildung. Zum anderen aber sind viele dieser Stücke das Resultat von Eroberungen, Ausbeutung und rassistischer Ignoranz, in denen es den Kolonisatoren gleichgültig war, ob die erworbenen Stücke zurecht aus dem Besitz der Herkunftsgesellschaften entnommen wurden.
Die ethnologischen und naturkundlichen Bestände wurden von den Sammlern Justo Weiler und Carl Feldmann in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ans Museum Wiesbaden übergeben. Als Mitglieder großer Plantagengesellschaften waren sie in die kolonialen Wirtschaftsstrukturen eingebunden und sammelten Stücke aus Kamerun aus verschiedenen Ambitionen heraus. Die Erschließung der Bestände geschieht im Zuge eines Maßnahmenpakets der hessischen Landesregierung, die mit der Einrichtung einer Koordinationsstelle für die Aufarbeitung von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten an den hessischen Landeseinrichtungen mit Sitz am Museum Wiesbaden nicht nur die entsprechende Provenienzforschung, sondern auch deren öffentlichkeitwirksame Vermittlung unterstützt.
Ausstellungsort
Kunstsammlungen: Alexej von Jawlensky, Deutscher Expressionismus (Sammlung Hanna Bekker vom Rath), Konstruktive Kunst, internationale Kunst seit 1960.
Bis 26.4.2026, im Haus
Die Ausstellung reflektiert die bewegte Geschichte der in über einhundert Jahren aufgebauten „Abteilung Klassische Moderne” des Museums Wiesbaden.
Bis 9.8.2026, im Haus
Gezeigt werden politische Plakate aus der Sammlung des Wiesbadeners Maximilian Karagöz.
Im gleichen Haus
Geologie, Mineralogie und Paläontologie. Tiere der großen Bewuchszonen (Bioma): Tropischer Wald, Savanne, Wüste, Arktis.
Bis 4.4.2027, nebenan
Die Ausstellung zeigt nicht nur die beeindruckende Vielfalt giftiger Organismen, sondern beleuchtet auch den menschlichen Umgang mit dem Giftigen.
Museum, Wiesbaden
Das Museum Reinhard Ernst ist eines der wenigen weltweit, die sich exklusiv der abstrakten Kunst widmen.