Museum
Das ehemalige Sommerschloss des Kurfürsten Max Emanuel beherbergt eine herausragende Sammlung der Malerei des Barock, die als Ergänzung zu den Beständen der Alten Pinakothek in München angelegt ist. Alle europäischen Schulen des 17. und 18. Jahrhunderts sind hier mit bedeutenden Werken vertreten.
57 Meter lang und acht Meter hoch, zählt die Große Galerie zu den zentralen Repräsentationssälen des Schlosses. In ihrem Zentrum stehen die italienischen und flämischen Gemälde. Vom Eingang nach rechts schließt sich das Appartement des Kurfürsten an, nach links das der Kurfürstin, so dass sich bei geöffneten Türen eine beeindruckende Blickachse von 160 Metern Länge ergibt.
Anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten des Kurprinzen Karl Albrecht hatte Kurfürst Max Emanuel 1722 die soeben fertiggestellte Galerie bereits als Bildergalerie ausstatten lassen. Sie umfasste vor allem Werke flämischer und italienischer Barockmeister, woran die heutige Gemäldehängung anknüpft. Vorbild war die berühmte Grande Galerie im französischen Königspalast des Louvre in Paris. Die fünf prunkvollen böhmischen Glaslüster des Rokoko und die geschnitzten Konsoltische an den Fensterpfeilern gehören zur authentischen Ausstattung. Lüster und Konsoltische konnten 2006 mit Unterstützung der Ernst von Siemens-Kunststiftung restauriert und nach langer Zeit wieder an ihren Bestimmungsort zurückgeführt werden und vervollkommnen den prächtigen Gesamteindruck der Galerie.
Im nördlichen Teil der Großen Galerie und den angrenzenden Räumen werden u. a. Werke von Lodovico Carracci, Guercino, Carlo Saraceni, Luca Giordano, Carlo Dolci und Jacopo Amigoni präsentiert, im südlichen Teil und den Appartements des Kurfürsten u. a. Werke von ▸Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck und David Teniers d.J. Das Erdgeschoss ist der deutschen, holländischen, französischen und spanischen Malerei ist gewidmet, dort sind zum Beispiel der berühmte „Zyklus der zwölf Monate” des Joachim von Sandrart und Porträtwerke von Joseph Vivien zu sehen.
Die vergoldeten Konsoltische sind Meisterwerke der Münchner Hofkunst der Barockzeit, die im geschnitzten, so genannten „Bildhauer”-Möbel eine besondere Virtuosität entfaltete. Bis heute prägen diese prächtigen Wandtische – meist im Zusammenwirken mit geschnitzten Vertäfelungen und Spiegelrahmen – die Ausstattung der Wittelsbacher Schlösser und Residenzen in München, Nymphenburg und Schleißheim wesentlich mit.
Mit ihren figürlichen Motiven spielen die Tische im Gesamtprogramm der Schlossdekoration mit, die den Kriegsruhm Kurfürst Max Emanuels zum Thema hat. Eine besondere Kostbarkeit sind die originalen, außerordentlich dicken Marmorplatten, die 1722 in den Steinbrüchen am Tegernsee gebrochen wurden und jeweils aus einem einzigen Stück gefertigt sind. Diese empfindlichen, bis zu 300 kg schweren Platten sind nur sehr selten bis heute erhalten geblieben.
Im gleichen Haus
Das Neue Schloss war ursprünglich mehrflügelig geplant, erbaut wurde jedoch nur der Hauptflügel. Ausgestaltung der Festsäle und Staatsappartements mit Deckenfresken von Cosmas Damian Asam, Jacopo Amigoni und Thomas Christian Wink.
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Kunsthistorisch bedeutender Freskenzyklus von Francesco Rosa, Giovanni Trubillo und Johann Anton Gumpp zur Verherrlichung der Jagdgöttin Diana. Porzellan-Sammlung Schneider mit Meißener Geschirren, Tafelaufsätzen und Tierfiguren.
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