Museum

Stadtmuseum Ingolstadt

im Kavalier Hepp

Ingolstadt: Geschichte des Ingolstädter Raumes mit ausführlicher Abteilung zur Vor- und Frühgeschichte; Stadtgeschichte seit dem Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert; eigene Abteilung Handwerk und Industrie; Spielzeugmuseum.

Ingolstadt ist von seiner Vergangenheit als mittelalterliche Residenzstadt und bayerische Landesfestung geprägt, auch zählt der Donauraum um Ingolstadt zu den reichsten archäologischen Fundlandschaften Mitteleuropas. Das Museum im Kavalier Hepp, einem weitläufigen Festungsbau von 1838/43, ist der Geschichte des Ingolstädter Raumes gewidmet, von der Vor- und Frühgeschichte über die Stadtgeschichte seit dem Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Es verfügt über eine Abteilung zu Handwerk und Industrie sowie über ein Spielzeugmuseum (siehe dort).

Archäologie

Beginnend mit den Anfängen der menschlichen Besiedlung des Raumes Ingolstadt bietet das Stadtmuseum einen einzigartigen Einblick in die Stein- und Bronzezeit. Schwerpunkte sind die Gewinnung und Verarbeitung von Feuerstein sowie die Schatz- oder Depotfunde der Bronzezeit. Das Ingolstädter Bernstein-Collier aus der Bronzezeit ist einer der bedeutendsten Bernsteinfunde Alteuropas.

Von der prähistorischen Blütezeit, als die Kelten bei Manching die erste Großsiedlung der Region errichteten, berichten zahlreiche Funde, Münzschätze und Heiligtümer. In römischer Zeit wiederum war der Raum Ingolstadt Grenzland mit militärischem und zivilem Leben.

Wertvolle Grabfunde aus der Spätantike und der bajuwarischen Zeit wie etwa sas außergewöhnlich reich ausgestattete Kammergrab von Pförring verweist auf spätantike Militäreliten und frühes Christentum.

Stadtgeschichte

Im Mittelalter erlebte Ingolstadt seine bislang glanzvollste Zeit: das alte Königsgut wurde unter den Wittelsbachern zur Stadt ausgebaut und erhielt als Residenz eines bayerischen Herzogtums sein heutiges, unverwechselbares Gesicht. Das Stadtmodell von 1571 veranschaulicht das spätmittelalterliche Stadtbild.

Zahlreiche bedeutende Gelehrte der Theologie, Philosophie, Medizin und Astronomie unterrichteten ab 1472 an der „Hohen Schule”, der Bayerischen Landesuniversität, allen voran Dr. Johannes Eck, der bedeutendste Gegenspieler Martin Luthers.

Viele Festungsbauten von architektonisch herausragender Qualität erinnern noch heute daran, dass Ingolstadt einst den Schweden trotzte und auch manch andere Gefahren überstand. Glanzstück der Abteilung ist das Pferd des berühmtem Schwedenkönigs Gustav Adolf, den eine Kugel der Ingolstädter nur knapp verfehlte.

Zeitgeschichte

Die Verlegung der bayerischen Landesuniversität nach Landshut 1800 und das Schleifen der Festung infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen mit Frankreich stellen einen absoluten Tiefpunkt der Stadtgeschichte dar. Die Stadt musste ihren Platz in Bayern neu finden. Durch den Wiederaufbau der Festung ab 1828 wurde Ingolstadt zur Militärstadt, und es entstanden imposante Bauten, die bis heute das Stadtbild prägen. Auch war Militärmusik allgegenwärtig.

Die Industrialisierung setzte in Ingolstadt verspätet ein. 1914-1918 wurde Ingolstadt zum „Maschinenraum des Weltkriegs”, Gefangenenlager und Lazarettstadt. Der zunehmende Einfluss der NSDAP brachte auch in Ingolstadt Gleichschaltung und Verfolgung.

Nach den Kriegszerstörungen erfolgte mit umfangreichen Baumaßnahmen der Neubeginn.

Handwerk und Industrie

Mehrere Räume im Erdgeschoss zeigen Werkzeug und sowohl typische als auch außergewöhnliche Produkte der Ingolstädter Handwerker, darunter herausragende Keramiken des Mittelalters.

Aber auch die Industrie als das moderne Gesicht Ingolstadts wurzelt tief in der Geschichte der Stadt. Der umwälzende Übergang wird u.a. anhand einer begehbaren Tabakstampfe und eines großen Raffineriemodells demonstriert. Natürlich spielt auch die moderne Automobilindustrie eine zentrale Rolle.

Der Verfasser hat ds Museum am 22.1.2020 besucht.

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