Museum

Stadtmuseum Schleswig

im Günderothschen Hof

Schleswig: Geschichte und Kulturgeschichte der Stadt Schleswig, überregionale Kunst und Kultur.

Der Günderothsche Hof, als Gästepalais um 1634 vom Gottorfer Herzog Friedrich III. errichtet, gilt als einer der schönsten städtischen Adelshöfe in Schleswig-Holstein. Den heutigen Charakter einer allseitig umbauten Hofanlage erhielt der Komplex durch die beiden aus dem 18. Jahrhundert stammenden Fachwerkbauten, die das Haupthaus flankieren. Die repräsentative Eingangshalle beeindruckt mit einer spätbarocken Treppenanlage.

Schleswiger Zimmer

Das Schleswiger Zimmer ist mit Gemälden, Möbeln und Objekten verschiedener Herkunft der Stilepochen Empire (Sofa) und Biedermeier (Sitzgruppe, Sekretär, Spieltisch, Spiegel, Giraffenflügel und Kleid) eingerichtet. Der Leuchter stammt aus Goethes Wohnhaus in Weimar. Die Stuckdecke aus dem frühen 18. Jahrhundert befand sich ursprünglich in einem anderen Haus.

Fayence-Kabinett

Fayence diente im 18. Jahrhundert oft als Ersatz für das nahezu unerschwingliche Porzellan, dessen Herstellung in Europa gerade erst gelungen war. Spezialität der Schleswiger Manufaktur waren Bemalungen in Mangan-Violett.

Deutsch oder dänisch?

Schon der Sieg Dänemarks über das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf im Nordischen Krieg (1700-1721) hatte für die Stadt Schleswig schwerwiegende Folgen. Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege führten Schleswigs Einwohner zunächst ein ruhiges Leben in biedermeierlicher Beschaulichkeit – bis zum aufkeimenden nationalen Gegensatz.

Die Frage, ob Schleswig und Holstein weiterhin zu Dänemark gehören oder Teil eines deutschen Nationalstaates werden sollte, spaltete in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bevölkerung in zwei Lager. Der deutsch-dänische Konflikt wurde zunächst friedlich ausgetragen, wie das Sängerfest 1844 in Schleswig zeigte, seit dem Ausbruch der Revolution 1848 aber schließlich militärisch.

Als Bildberichterstatter dieses Krieges errang der in Schleswig geborene Friedrich Brandt (1823-1891) schon zu seinen Lebzeiten Ruhm und Anerkennung. Brandt ist zugleich der erste Fotograf, dem in größerem Umfang Ansichten schleswig-holsteinischer Städte, besonders der Stadt Schleswig, zu verdanken sind.

Schleswig auf einen Blick

Das breite Spektrum der Gemäldeausstellung Erdgeschossflügel und im Foyer des Palais beginnt zeitlich mit der ersten bekannten, komprimierten Stadtansicht aus dem Jahr 1584 und endet 1928 mit einem spektakulären Panoramabild des Lokalfotografen Friedrich Kruse, das lange in der Schleswiger Stadtkasse hing.

Und vieles mehr

Die Dauerausstellung befaßt sich zudem mit der Siedlung Sliesthorp-Haithabu-Schleswig, der Fischersiedlung auf dem Holm, Schleswig als preußische Garnisonsstadt, Schleswiger Künstler des 19. Jahrhunderts, Schleswig in der Zeit des Nationalsozialismus. Bemerkenswert ist auch die Spielzeugsammlung Dr. Gunkel mit Puppenküche, Kaufmannsladen und Eisenbahn, die bürgerliche Erziehungsideale und damit auch die Wertvorstellungen ihrer Epoche veranschaulicht.

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