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20.6.2018
Weißnäherei zu „Museum Naila im Schusterhof (Museum)”, DE-95119 Naila
Weißnäherei: Tischdecke in der Guten Stube
Fluchtballon zu „Museum Naila im Schusterhof (Museum)”, DE-95119 Naila
Fluchtballon
 zu „Museum Naila im Schusterhof (Museum)”, DE-95119 Naila
Plattenkamera von 1890
Foto: Stadt Naila
Gebäude zu „Museum Naila im Schusterhof (Museum)”, DE-95119 Naila

Museum

Museum Naila im Schusterhof

(Städtisches Heimatmuseum)

Schleifmühlweg 11
DE-95119 Naila
Ganzjährig:
So 14-16 Uhr

Themen des Museums sind Stadtgeschichte, frühere Erwerbsquellen (Bergbau, Schusterei, Viehhandel, Töpfereien, Kommunbrau, Zinn), Weißnäherei. Ausgestellt ist auch der Fluchtballon zweier Familien, die 1979 von Ost nach West flohen.

Bergbau in Naila

Schon vor etwa 1000 Jahren dürfte der Bergbau in und um Naila begonnen haben, der zwischen 1471 und 1630 eine lang anhaltende Blütezeit erlebte. In Gruben mit wohlklingenden Namen wie „Reicher König Salomo” oder „Königin vom Reich Arabien” wurden vornehmlich Kupfer- und Eisenerze gefördert. 1683 wurde hier ein Bergamt errichtet. Naila war der Mittelpunkt dieses blühenden Wirtschaftszweiges.

Um 1740 erfuhr der Bergbau in Naila einen zweiten und gleichzeitig letzten Höhepunkt, als aus dem „Oberen wilden Mann” wöchentlich 4000 Seidlein (1 Seidlein entsprach ca. 1/8 cbm) Erz gefördert wurden und etwa 400 Bergleute in Naila Arbeit und Brot fanden.

Schusterhandwerk

Zu den bedeutendsten alteingesessenen Handwerken Nailas zählt das Schuhmacherhandwerk. Lange vor dem 30jährigen Krieg verarbeiteten Nailaer Schuster das Leder der einheimischen Rot- und Weißgerber, 1632 gründeten sie eine eigene Schuhmacherzunft. Die Nailaer Schuhmacher stellten hauptsächlich derbe Arbeitsschuhe und Stiefel her, die auf den Märkten in den umliegenden Orten sogar bis nach Kronach und weit ins thüringische und sächsische Land hinein verkauft wurden.

Weißnäherei

Als Mitte des 19. Jahrhunderts große Not im Frankenwald herrschte, beschloss ein eigens einberufenes Komitee der bayerischen Regierung, als Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung die Handstickerei nach Vorbild des sächsischen Vogtlands einzuführen. Aus dem „Plauisch Nähen” entwickelte sich die Handstickerei „Frankenwälder Art” mit Hohlsaum, Wickel, Rennel, Plattstich, Nadelmalerei, Festonnieren und Monogrammstickerei. Hergestellt wurden hauptsächlich Bett-, Tafel- und Leibwäsche, auch Brautaustattungen.

Erneuerte Nailaer Tracht

Seit Jahrzehnten schien die Tracht, wie sie in Naila und den umliegenden Orten getragen wurde, in Vergessenheit geraten zu sein. Nur wenige Exemplare überstanden die Zeit auf Dachböden oder in alten Truhen. Langsam zeichnet sich jedoch eine Renaissance der hiesigen Tracht ab.

Nailaer Kirchentafeln

Sechs ovale Ölgemälde auf Holztafeln, zierten im 17. und 18. Jahrhundert die Empore und die Decke der alten evang.-luth. Kirche. Da sie 1858 wegen Erneuerung des Innenraums abgehängt und ausgelagert waren, überstanden sie den großen Stadtbrand von 1862, der die Kirche vollkommen zerstörte. Die Ölgemälde wurden 1985 aufwändig restauriert.

Geroldsgrüner Liederhandschrift

Beim Aufräumen des Rathausbodens in Geroldsgrün wurden viele alte Papiere verbrannt, jedoch konnte durch die Aufmerksamkeit eines Helfers ein Blatt (von etwa 30 Pergamentstücken) vor dem Feuer gerettet werden. Das Fragment stammt von einem Antiphonar, das beidseitig mit Noten und einem lateinischen Text beschrieben ist. Nach einem Gutachten handelt es sich dabei um einen Teil eines alten Marienliedes. Alle Kriterien deuten auf eine Entstehung um 1200 n. Chr. hin.

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