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19.2.2026
Syowia Kyambi, Kaspale zu „Syowia Kyambi. Synopsis”, DE-96049 Bamberg
Syowia Kyambi, Kaspale's Archive Intrusion The Vortex III, 2019

Ausstellung 19.02. bis 14.04.26

Syowia Kyambi. Synopsis

Diözesanmuseum

Ganzjährig:
Mo-Di, Do-Sa 10-17 Uhr
So 13-17 Uhr

Das Diözesanmuseum Bamberg zeigt als Synopse einige Kunstwerke der Künstlerin Syowia Kyambi aus Kenia, aktuelle Spitzenprofessorin an der Nürnberger Akademie der bildenden Künste. Kyambi beschäftigt sich in ihrer Kunst vor allem mit den Themen Identität und Erinnerung. Eine zentrale Rolle spielt in ihrem Schaffen der Umgang mit Geschichte und die Schaffung von Aushandlungsräumen.

Mehrere Ausstellungsstücke sind der Kunstfigur Kaspale gewidmet, mit der Kyambi in Geschichte interveniert. Der Name setzt sich zusammen aus dem deutschen „Kaspa” / „Kasper”, also einer fiktionalen Theaterfigur, und dem Wort „pale”, das aus der Sprache Swahili stammt. Es bedeutet in etwa „da drüben”. Kaspale wurde 2018 von Kyambi geschaffen und seitdem mehrfach weiterentwickelt. Sie setzt diese Kunstfigur immer dann ein, wenn ein Thema zu groß und komplex scheint, um von einem einzigen Menschen mit einer Herkunft, einem Geschlecht und der Möglichkeit einer sozialen Einordnung bearbeitet zu werden. In solchen Fällen verwandelt Kyambi sich selbst in Kaspale. Über einen solchen Prozess des Werdens von Kaspale berichtet die Videoarbeit „Becoming Kaspale”.

Ein weiteres Kunstwerk ist „Das Grüne Gold”. Gemeint sind Sisalfasern, die aus verschiedenen Arten einer Pflanzengattung (Spargelgewächse) gewonnen werden können. Eine als „Schwiegermutterzunge” bekannte Sisalpflanze wurde bereits von Kyambis Großmutter zur Herstellung von Matten und Körben verwendet. Die großflächige Sisalherstellung dagegen geht auf eine ergiebigere, in der Kolonialzeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts aus Mexiko nach Tansania gebrachte Sisalpflanze zurück. Die Installation „Das grüne Gold” stellt die beiden Sisalfasern verschiedener Herkunft und verschiedener Geschichte gegenüber und verbindet sie mit lyrischen Briefen. So zeigt sie den Einfluss von Kolonialismus und verknüpft dessen Geschichte gleichzeitig mit Arbeits- und Machtstrukturen.

Eine ganze Raumseite nimmt die monumentale Videoinstallation „I’ve heard many things about you” ein, ein Ausschnitt aus einer viereinhalbstündigen Performance, die auf den Völkermord in Namibia in der Kolonialzeit aufmerksam macht. Die Arbeit war Teil der Ausstellung der Künstlerin auf der Biennale in Venedig 2022.

POI

Ausstellungsort

Diö­zesan­museum Bam­berg

Dom­schatz, Bau­skulp­turen des Domes, Spät­werke von Veit Stoß, sakrale Kunst, hoch­mittel­alter­liche Texti­lien.

Bis 1.11.2026, Bamberg

Mauern der Macht

Bis 1.11.2026, Bamberg

Bilder­spazier­gang

Die Aus­stellung zeigt heraus­ragende Werke aus den städti­schen Samm­lungen vom Mittelalter bis ins 20. Jahr­hundert.

Ab 29.4.2026, Bamberg

E.T.A. Hoffmann Tanzsaal

Gebäude, Bamberg

Neue Resi­denz

Neue Resi­denz, Sitz der Bam­ber­ger Fürst­bischöfe bis 1802, mit zwei Flü­geln und dem ab­schlie­ßen­den Vier­zehn­heiligen-Pavillon. Über 40 Prunk­räume mit be­deu­ten­den Stuck­aus­stat­tun­gen, Möbeln und Wirk­teppi­chen des 17. bis 18. Jh.

Museum, Bamberg

Staats­galerie

Ehe­ma­li­ge Fürst­bischöf­liche Resi­denz zu Bam­berg. Meister­werke der Spät­gotik und Früh­renais­sance, da­run­ter Haupt­werke der Samm­lung Bois­serée. Bei­spiele der euro­päi­schen Barock­male­rei.

Gebäude, Bamberg

Alte Hof­haltung Bam­berg

Ge­bäude­kom­plex, der in seinem Kern noch Mauer­reste von Palas und Kapelle der Bi­schofs­pfalz des 11. Jahr­hun­derts ent­hält.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
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