Ausstellung 11.06. bis 27.08.22

Galerie der Neuen Gesellschaft

The Driving Factor

Berlin, Galerie der Neuen Gesellschaft: Woher rührt die Macht der „Speicherbarkeit” von Energie? Das Projekt hinterfragt das Narrativ des schadlosen Speicherblocks für alle und überall, ob in Mobiltelefonen, Autos oder zur Stabilisierung der Stromnetze. Bis 27.8.22

Woher rührt die Macht der „Speicherbarkeit” von Energie? Am Anfang des Projekts „The Driving Factor” stand die Verwunderung über die widersprüchlichen Reaktionen von Politik und Zivilgesellschaft auf den Bau der Tesla-Gigafactory in Grünheide, Brandenburg: auf lokaler und nationaler Ebene feierte die Politik eine zukunftsweisende, angeblich umweltfreundliche Technologie und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Indessen wurden unzählige Einwendungen zu den Folgen für die bereits angeschlagenen Grundwasserreserven und zur Rodung des Waldes weitgehend ignoriert oder gar verhindert. Kritik an künftigen Auswirkungen der Produktion, Sorgen um Arbeitsbedingungen und Umweltschäden entlang der transnationalen Produktionswege galten ohnehin als nicht verfahrensrelevant.

Waren die Versprechen von „grüner” Mobilität, ähnlich denen der „Energiewende”, nicht auch hier, wie an vielen anderen Orten, Anlass einer tiefgreifenden Gefährdung von Ökosystemen und der Unterwanderung zivilgesellschaftlicher Rechte? Beiden Versprechen zugrunde liegt ein Objekt: die Batterie.

Das Projekt hinterfragt das Narrativ des schadlosen Speicherblocks für alle und überall, ob in Mobiltelefonen, Autos oder zur Stabilisierung der Stromnetze. Aus lokalen Zusammenhängen heraus versucht es, Verbindungen zur globalen Lithium-Lieferkette herzustellen und dabei intransparente und meist umweltschädigende Praktiken der Rohstoffförderung, sowie Mechanismen der Aneignung von Natur- und menschlicher Arbeit als Fortsetzung imperialistischer und kolonialistischer Logiken aufzuzeigen, die sich auch in Deutschland nachverfolgen lassen.

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