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31.1.2026
Tränenpalast, Brixen zu „Tränenpalast”, IT-39042 Brixen

Ausstellung 31.01. bis 04.04.26

Tränenpalast

Palazzo delle lacrime

Stadtgalerie Brixen

Große Lauben 5
IT-39042 Brixen
+39 0472-062-140
stadtgalerie@brixen.it
Ganzjährig:
Di-Fr 16-19 Uhr
Sa 10-13 Uhr

Zeitgenössische künstlerische Positionen treten dabei in einen Dialog mit Objekten aus den Sammlungen der Hofburg Brixen und des Pharmaziemuseums Brixen. Im Zentrum steht ein universelles Phänomen: das Weinen.

Tränen sind so vielfältig wie die Situationen, aus denen sie entstehen. Sie können Ausdruck von Trauer und Schmerz sein, von Freude, Überforderung, Erleichterung oder Erlösung sein. In der Ausstellung verbindet Kurator Leander Schwazer religiöse Bilder und Objekte, die die Stadtgeschichte Brixens bis heute prägen, mit Werken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler und spürt dem Phänomen des Weinens in vielfältiger Weise nach.

Eine mikroskopische Fotografie von einer Träne des niederländischen Künstlers Maurice Mikkers erinnert in der Stadtgalerie an ein Kirchenfenster und verschleiert den Blick auf eine Pech weinende Figur von Aron Demetz. Zugleich verwandelt die Klangarbeit von Ludwig Berger das Gewölbe der StadtGalerie in eine Gletscherspalte, in der es gluckert, blubbert und rauscht. Zu hören sind die „Tränen” eines schmelzenden Gletschers, die sich wie ein Bach durch den Raum winden – eine poetische Erinnerung daran, dass nicht nur Menschen weinen. Inmitten dieses Klangteppichs findet sich die malerische Serie von Peter Kaser, die den „Stubenferner” in Pflersch in warmen und poppigen Farben zeigt.

Emotionen spiegeln sich in der uns umgebenden Landschaft wieder. Unterbrochen wird das klagende Gletscherlied von einer Komposition für Klarinette, Violine und Cello von der Brixner Komponistin Manuela Kerer, dass dem Gewicht einer Träne nachspürt.

Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung ist die „Tränensaline”: die StadtGalerie wird zu einem Ort, an dem Brixner weinen dürfen und aus ihren Tränen feinstes „Südtiroler Tränensalz” gewonnen wird. Die Wiener Performancekünstlerin Barbara Ungepflegt setzt die Saline zur Eröffnung gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen in Gang und lädt dazu ein, während der Dauer der Ausstellung an dieser sozialen Plastik teilzunehmen.

Kaum etwas ist gesellschaftlich so schambehaftet wie das Weinen – die Konvention, keine Schwäche zu zeigen, gilt vor allem für Männer. Der Schweizer Künstler Urs Lüthi zeigt den Zustand der Scham in einem schonungslosen Selbstporträt, das den Künstler mit hochrotem Kopf zeigt.

Die Ausstellung betrachtet menschliches und nichtmenschliches Weinen und zeigt Kultur als einen Prozess der Transformation: von einem emotionalen Zustand in den nächsten, von Weinen in Lachen und wieder zurück.

POI

Ausstellungsort

Stadt­galerie Brixen

Museum, Brixen

Pharmazie­museum Brixen

Aus­ge­mu­ste­te Gegen­stän­de aus dem täg­li­chen Gebrauch der Stadt­apo­theke, die in dem großen Alt­stadt­haus über Gene­ra­tio­nen hin­weg auf­be­wahrt wurden.

Sakralbau, Brixen

Museum im Weißen Turm

Museum, Brixen

Diö­zesan­museum Hofburg

Zentrum, Villnöss

Info­stelle Dolo­miten

Werden der Dolo­miten­land­schaft in über 270 Millionen Jahren, Natur­erbe­stätten weltweit.

Museum, Klausen

Dorf­museum Gufidaun

Museum, Vahrn

Augu­stiner Chor­herren­stift Neustift

Eines der be­deu­tend­sten Tiroler Klöster. Barocke Stifts­kirche mit den be­rühm­ten Decken­fresken von Matt­häus Günther. Mittel­alter­licher Kreuz­gang mit Fresken, Grab­mal des Minne­sängers Oswald von Wolken­stein. Biblio­thek.

Museum, Bozen

Süd­tiroler Archäo­logie­museum

Ruhe­stätte für den Mann aus dem Eis, die etwa 5300 Jahre alte kupfer­zeit­liche Mumie, die 1991 auf dem Simi­laun-Glet­scher gefunden wurde. Ge­schichte des Fundes, Be­klei­dung und Gerät­schaften des „Ötzi”.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
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