Museum

Traktorenmuseum Westerkappeln

Westerkappeln: Sammlung historischer Traktoren, deren Entwicklung und Einsatz in der Landwirtschaft.

Der Grundstock für das Traktormuseum Westerkappeln wurde Mitte der 60er Jahre durch den Landwirt Friedrich Frehmeyer aus Westerkappeln-Düte gelegt. Seine Sammlung entwickelte sich zu einer der umfangreichsten und bedeutendsten ihrer Art im nordwestdeutschen Raum. Zum dauerhaften Erhalt des Traktorenmuseums gründete sich 1985 ein Förderverein, der im wesentlichen von der Gemeinde getragen wird, die Familie Frehmeyer stellte hierfür ein großes Grundstück einschließlich des Museumsgebäudes zur Verfügung.

Das Museum beschäftigt sich mit der Entwicklung der Kraft- und Antriebsmaschinen in der Landtechnik. Die drei wichtigsten Schritte in dieser Entwicklung waren zunächst die Dampflokomobile, dann der Stationärmotor und zuletzt der Traktor oder Ackerschlepper, sicherlich der breitgefächerteste Exponatenbestand des Museums.

Der Rundgang beginnt in der neu errichteten Scheune, in die zusätzlich eine Galerie eingebaut wurde. Hier werden die Entwicklung der Antriebs- und Zugmaschinen sowie ihre Einsatzmöglichkeiten in der Landwirtschaft gezeigt, etwa die Dampflokomobile als Antrieb für den Moorpflug, die Stationärmotoren und einige Traktoren als Antriebs- bzw. als Zugmaschine für landwirtschaftliche Geräte wie den Pflug, den Kartoffelroder, den Traktor mit Transmission für den Dreschkasten, die Holzhackmaschine.

In der alten Scheune wiederum liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung des technischen Fortschritts im Schlepperbau mit Modellen der Firmen Lanz, Deutz, Hanomag u.a. aus den Jahren 1922 bis 1955. Text- und Fotomaterial zeigt hier die besonderen technischen Merkmale auf, die für den unkundigen Besucher ansonsten nicht erkennbar wären.

Auch wenn die Wirtschafts- und Sozialgeschichte, ansonsten ein unverzichtbares Aufgabenfeld musealer Präsentation, wegen der technischen Ausrichtung des Museums ausgeklammert werden mußte, unterscheidet sich das Traktorenmuseum Westerkappeln eindeutig und wohltuend von sogenannten Oldtimer-Museen, deren vorrangiges Anliegen darin besteht, Technik-, Motor- und Autofanatikern reizvolle Exponate, auf Hochglanz poliert, vorzuführen: es geht hier nicht um die Technikverherrlichung, sondern um die Präsentation landwirtschaftlicher Hilfsmittel, die das von harter Handarbeit geprägte Leben des Bauern erleichtert haben, es geht nicht um nostalgische Rückbesinnung, sondern um die Vermittlung von Entwicklungsstufen und die objektive Dokumentation technikunterstützter Landwirtschaft.

Die Exponate können durchaus noch nicht alle in einem hervorragenden Zustand präsentiert werden, es ist noch sehr viel an restauratorischer Arbeit erforderlich. In der sorgfältigen Restaurierung des Bestandes liegt aber zugleich auch die Chance, daß den originalen Exponaten ihre authentische Substanz erhalten bleibt und nicht etwa dem dekorativen Reiz des schönen Erscheinungsbildes der Vorrang eingeräumt wird.

Traktorenmuseum Westerkappeln ist bei:

Museen für Landmaschinen

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