Beitrag v.
12.5.2023
Museum für Musik zu „Tschechisches Museum für Musik (Museum)”, CZ-11800 Praha (Prag)
Hauptraum vom Eingang zu „Tschechisches Museum für Musik (Museum)”, CZ-11800 Praha (Prag)
Vierteltonklavier zu „Tschechisches Museum für Musik (Museum)”, CZ-11800 Praha (Prag)
Streichinstrumente zu „Tschechisches Museum für Musik (Museum)”, CZ-11800 Praha (Prag)
Doppelkopf-Horn zu „Tschechisches Museum für Musik (Museum)”, CZ-11800 Praha (Prag)
Knopfakkordeon zu „Tschechisches Museum für Musik (Museum)”, CZ-11800 Praha (Prag)
Glasharmonika zu „Tschechisches Museum für Musik (Museum)”, CZ-11800 Praha (Prag)
Rainer Göttlinger, 2023
Orchestrion offen zu „Tschechisches Museum für Musik (Museum)”, CZ-11800 Praha (Prag)

Museum

Tschechisches Museum für Musik

České muzeum hudby

1 Karmelitská 2/4
CZ-11800 Praha (Prag)
Ganzjährig:
Mo, Mi-So 10-18 Uhr

Das Gebäude befindet sich an der Stelle der ehemaligen Barockkirche St. Maria Magdalena auf der Kleinseite und beeindruckt mit der Pracht seines Saales und mit dem besonderen Charme, den die Veränderungen der Zeitalter hinterlassen haben. Ursprünglich als Kirche erbaut, diente es später als Verwaltungsgebäude und als Staatsarchiv, ehe es in den Jahren 2002 bis 2004 sein ursprüngliches klassizistisches Aussehen zurückerhielt, um die wertvollen Musiksammlungen des Nationalmuseums aufzunehmen.

Der sogenannte Mozartflügel wurde von Wolfgang Amadeus Mozart im Januar 1787 während seines Konzerts im Institut der adligen Frauen bespielt.

Musik der Renaissance und des Frühbarock

Im 16. Jahrhundert wurden in der Musik neben der menschlichen Stimme zunehmend Musikinstrumente eingesetzt. Allmählich bildete sich ein eigenständiger Instrumentalstil heraus, der sich unter anderem aus der Fülle der neu entstandenen Instrumentenarten speiste. Viele von ihnen verschwanden in der Barockzeit und machten neuen Formen Platz, die wir heute noch in verbesserter Form verwenden.

Unter den Instrumenten der musikalischen Renaissance nehmen die Holzblasinstrumente eine herausragende Stellung ein. Die Gambe entwickelte sich zu einer großen Familie von Streichinstrumenten, vom kleinsten Diskant bis hin zum Großbass. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde auch die Violine als jüngstes Mitglied der Familie der Streichinstrumente bekannt, ihr Ruhm geht jedoch hauptsächlich auf die späteren Epochen zurück.

Streichinstrumente

Die Geige ist für ihre schlichte Perfektion bekannt geworden, die bis heute nicht übertroffen wurde. Bereits die Komponisten des 16. Jahrhunderts hatten ihren schönen, für Solo- und Ensemblespiel geeigneten Klang erkannt. Aus ihren Anregungen entstanden in den Werkstätten von Brescia und Cremona die ersten Meisterinstrumente.

Die einheimischen Geigenbauer des 18. und 20. Jahrhunderts sind in der Sammlung mit herausragenden Stücken vertreten, wobei ein besonderer Schwerpunkt der Prager Sammlung auf der sogenannten Viola d'amore liegt. Vor allem die Instrumente von Jan Oldrich Eberle gelten als die schönsten in der Geschichte des Geigenbaus.

Zupfinstrumente

Die ältesten Geigenbauer schufen in der Barockzeit auch Gitarren und Mandolinen.

Harfen

Wegen ihres geringen Gewichts und ihrer Erschwinglichkeit war die Harfe ein beliebtes Instrument für reisende Volksmusikanten und verbreitete sich auf diese Weise in ganz Europa. Von entscheidender Wichtigkeit war die Erfindung der Pedalharfe in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Blasinstrumente

Der Ton wird hier durch die Bewegung der Luftsäule des Instruments erzeugt: durch Anblasen, durch ein einfaches oder doppeltes Rohrblatt oder durch das Spannen der Lippen, die das Mundstück umschließen. Primitive Formen von Blasinstrumenten waren schon in der Vorgeschichte und im Altertum bekannt. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich zwei grundlegende Gruppen heraus: die einen mit Löchern, deren Öffnung die Länge der Luftsäule verkürzt, die anderen mit Schleifen zur Verlängerung der schwingenden Säule im Instrument.

Von der Barockzeit an waren als Holzblasinstrumente vorwiegend Flöten, Oboen, Fagotte und später Klarinetten gebräuchlich. Trompeten, Posaunen, Hörner und später tiefe Tuben gehören den Blechblasinstrumenten an.

Schlaginstrumente

Die wichtigsten Schlaginstrumente waren seit dem frühen Mittelalter zunächst kleine, dann tiefere und größere Pauken und Trommeln. Auch Glocken gehören in diese Kategorie. Bei der Glasharmonika wiederum wird der Ton durch Reiben erzeugt.

Harmonikas

Bei diesen Instrumenten entsteht der Ton durch die schwingende Bewegung von Zungen im Luftstrom, sie haben sich von den sehr einfachen Typen der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis hin zu den großen Konzertakkordeons der Gegenwart entwickelt.

Tasteninstrumente

Die ältesten erhaltenen Instrumente stammen aus dem späten 15. und vor allem aus dem 16. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um das Klavichord, bei dem die Saiten parallel zur Klaviatur verlaufen, und das Cembalo, bei dem die Saiten in Richtung der Tasten verlaufen, sowie deren kleinere Varianten, das Spinett und das Virginal.

Ein wichtiger Meilenstein war die Erfindung des Pianoforte, bei dem die Saiten mit kleinen Hämmern anstelle der früheren Klingen und Federkiele angeschlagen werden. Im Laufe des 18. Jahrhunderts bildeten sich zwei verschiedene Arten von Mechanismen heraus: die englische und die Wiener Mechanik. Die außerordentliche Beliebtheit sowohl der Flügel als auch der Klaviere führte zu einer fabrikmäßigen Herstellung.

Orgeln

Von der frühmittelalterlichen Orgel war es ein langer Weg zu den prächtigen und immer noch bewunderten Instrumenten der Renaissance und vor allem des Barock. Eine kleine tragbare Orgel wird als Portativ bezeichnet, ein größeres Instrument ohne Pedal ist ein Positiv. Das Harmonium von Alois Hugo Lhota wurde für den erzbischöflichen Präfekten in Kroměříž (Mähren) angefertigt, wovon die Intarsien auf der Seite des Instruments zeugen.

Die Funktionsweise einer Orgel kann anhand eines klingenden Modells erkundet werden.

Experimente des 20. Jahrhunderts

Einer der experimentellen Trends bei der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln in der ersten Hälfte des Jahrhunderts war die mikrotonale Musik: einige Komponisten begannen, mit Intervallen zu arbeiten, die kleiner waren als der Halbton. Der tschechische Komponist und Pädagoge Alois Hába (1893-1973), ein wichtiger Pionier dieser Kompositionsart, regte für die Aufführung seiner Werke die Entwicklung und den Bau einiger Spezialinstrumente an: Viertelton-Klaviere, Sechstelton-Harmonium sowie zwei Klarinetten-Typen.

Ein weiteres Experiment befasste sich mit der Verwendung von Elektrizität zur Klangerzeugung. Zu dieser Kategorie gehören auch die Synthesizer, die von den Pioniertypen bis zu den modernsten Varianten reichen. Eines der ersten elektronischen Musikinstrumente, das Theremin, darf von den Besuchern auch ausprobiert werden.

Mechanische Musik

Das erste Gerät, das Töne aufzeichnen und wiedergeben konnte, wurde im August 1877 von Thomas Alva Edison konstruiert. Seine Erfindung sowie auch das Grammophon war für die Musik des zwanzigsten Jahrhunderts ein entscheidender Schritt nach vorn, denn sie erlaubten, das Publikum von der Live-Performance der Musiker zu trennen, sowohl physisch als auch zeitlich.

Ein Orchestrion hatte den Zweck, möglichst ein ganzes Orchester zu imitieren. Die Steuerung erfolgt durch einen Zylinder oder ein perforiertes Pappband. In der Dauerausstellung des Museums sind an verschiedenen Stellen solche schrankgroße Geräte aufgestellt.

Der Verfasser hat das Museum am 2.6.2023 besucht.

POI

Haupthaus, Praha (Prag)

Nationalmuseum

Histo­risches Gebäude im Stil der Neo­renais­sance und eines der be­deutend­sten Gebäude Prags. Minera­logie, Paläon­tologie, Anthro­pologie, Geschichte, Natur und Kunst.

Dependance, Praha (Prag)

Antonín Dvořák Museum

Barocker Sommer­palast „Amerika”. Gegen­stände aus seinem Nach­lass, Samm­lung von Manu­skripten des Kompo­nisten. Skulpturen von Matthias Bernard Braun.

Dependance, Praha (Prag)

Bedřich Smetana Museum

Eines der schönsten Gebäude der Neo­renais­sance in Prag. Umfang­reiche Samm­lungen zum Leben und Werk des Kompo­nisten Bedřich Smetana, Schicksal seiner Werke im In- und Ausland vom 19. Jahr­hundert bis heute.

Beitrag, 10.6.2023

Durch Prags Museen

In der tsche­chi­schen Haupt­stadt kommen Museums­gänger und Musik­lieb­haber gleicher­maßen auf ihre Kosten: National­museum, Tsche­chi­sches Museum für Musik, Smetana-Museum, Dvořák-Museum, Burg.

Bis 8.5.2024, Praha (Prag)

Barock! Bayern und Böhmen

Museum, Praha (Prag)

Palais Lobko­wicz

Palais aus der zweiten Hälfte des 16. Jahr­hunderts. Welt­berühmte Gemälde von Canaletto, Bruegel, Velázquez und weiteren. Waffen und Rüstungen, Auto­graphen von Haydn, Mozart und Beet­hoven.

Museum, Praha (Prag)

Ethno­graphi­sches Museum

Klassi­zi­sti­sches Kinský-Sommer­schloss am Hang der ehe­maligen Weinberge. Aus­stellungen über die einzig­artige Volks­kultur der böhmi­schen Länder und Europas.

Museum, Praha (Prag)

Franz Kafka Museum

Alle Erst­auflagen der Werke Kafkas, Korre­spon­denz, Tage­bücher und Manu­skripte, Foto­grafien und Zeich­nungen.

Museum, Praha (Prag)

Náprstek Museum

Einzige museale Einrichtung in Tschechien, die sich ausschließlich dem materiellen und geistigen Erbe der außereuropäischen Zivilisationen widmet, gegründet von Vojta Náprstek.

Museum, Praha (Prag)

Jaroslav-Ježek-Gedenkstätte

Museum, Praha (Prag)

Gedenkstätte Palacký und Rieger

Bis 31.12.2024, Bad Schandau

4x so geht National­park

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
Pressemitteilungen willkommen
#2102049 © Webmuseen Verlag