Ausstellung 10.12.21 bis 20.02.22

Bauhaus Museum Dessau

Vegetation unter Strom

Hitze, Atmen, Wachstum

Dessau-Roßlau, Bauhaus Museum Dessau: Die Ausstellung verbindet die Bitterfelder Pflanzen-Sammlung mit öffentlichen Debatten über Waldsterben, Naturschutz, Luftverschmutzung und wachsendem Umweltbewusstsein und hebt die Beziehung zwischen Ökologie und Ökonomie hervor. Bis 20.2.22

Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Herbarium aus dem Jahr 1931, das die Teilnehmer in einer Kiste im Archiv des Kreismuseums Bitterfeld geborgen haben. Darin enthalten sind Pflanzen und Pflanzenteile aus dem Auenwaldgebiet der Goitzsche, die heute als Zeugnis der Umweltverschmutzung in der Region zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelten.

Die Ausstellung verbindet die Bitterfelder Pflanzen-Sammlung mit öffentlichen Debatten über Waldsterben, Naturschutz, Luftverschmutzung und wachsendem Umweltbewusstsein und hebt die Beziehung zwischen Ökologie und Ökonomie hervor: die Vegetation als Grundlage für Energie, aber auch als Feld der Ressourcenausbeutung im Kontext verschiedener politischer Regimes.

Archivdokumente, Interventionen und Feldstudien sollen die Veränderungen der Umwelt in Zusammenhang mit der Geschichte des Bauhauses bringen. Denn auch die Geschichte der Moderne lässt sich nicht unabhängig von ökologischen Faktoren erzählen. So setzte Walter Gropius zum Beispiel auf die kostengünstige Braunkohle der Region, um die Heizungen im damals neuen Bauhausgebäude zu betreiben.

Die internationalen Teilnehmer bringen die Geschichte des Bauhauses in Zusammenhang mit der mitteldeutschen Industrialisierung und der damit einhergehenden radikalen Ausbeutung der Landschaft. Aus dem dynamischen Zusammenspiel der Recherchen ergeben sich Fragen danach, wie wir Landschaften pflegen und erhalten, die scheinbar unwiederbringlich verloren sind. Was bedeutet es, postindustrielle Landschaften zu betreuen? Und wie können Geschichten von Umweltaktivismus, tätiger Verantwortung und Sorge neue Natur-Kultur-Verhältnisse befördern?

Bauhaus Museum Dessau ist bei:
Verantwortlich gem. §55 Abs 2 RStV: Rainer Göttlinger. Pressemitteilungen willkommen. #1050714 © Webmuseen