Ausstellung 19.02. bis 16.06.22

Museum Ludwig

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Felice Beato in Japan

Köln, Museum Ludwig: Die Ausstellung zeigt handkolorierte Aufnahmen des italienisch-britischen Fotografen Felice Beato. Sein westlicher, exotisierender Blick auf das im Atelier nachgestellte alte Japan wird dabei durch gesprochene Kommentare von Japanern erweitert. Bis 16.6.22

1863 reiste der italienisch-britische Fotograf Felice Beato (1832-1909) in ein Japan, das erst kürzlich begonnen hatte, sich dem Westen zu öffnen und den großen gesellschaftlichen Umbruch vom Feudalsystem der Edo-Zeit (1603-1868) zur kaiserlichen Meiji-Ära (1868-1912) durchlebte. Trotzdem sollte Beato bis 1884 in der Hafenstadt Yokohama ein Fotoatelier betreiben, in dem er ausschließlich Bilder eines alten Japans verkaufte. Seine Genreaufnahmen und Landschaften erschienen dabei in großen Auflagen und verstreuten sich über den gesamten Globus.

Als Einzelaufnahmen oder auf individuellen Wunsch zu Alben gebunden und mit erklärenden Texten versehen, konnten die auf Karton aufgezogenen und von Hand kolorierten Albuminabzüge direkt im Atelier erworben werden. Wurden Beatos frühe Japan-Bilder noch von seinem Partner Charles Wirgman koloriert, übernahmen das zunehmend seine japanischen Ateliermitarbeiter, die in der Kunst des Farbholzschnittes oder der Kalligrafie geschult waren.

Es ist ein westlicher, exotisierender Blick auf ein vermeintlich zeitloses Land, den Beatos Bilder transportieren und der bis heute die Wahrnehmung des Inselstaates prägt. Wir sehen Menschen bei unterschiedlichen Handlungen in der sorgfältig arrangierten Kulisse eines Fotoateliers, seltener auch draußen. Dass wir den Namen der fotografierten Person nicht mit Sicherheit kennen, liegt auch daran, dass Beato meist Modelle anstellte, die dann mit kulturell tradierten Requisiten ausstaffiert wurden, um etwa Tänzerinnen oder Musikerinnen darzustellen.

Beatos westlicher, exotisierender Blick auf das im Atelier nachgestellte alte Japan wird in der Ausstellung durch gesprochene Kommentare von Japanern erweitert. Dem gegenüber stehen Holzschnitte von japanischen Künstlern des 19. Jahrhunderts, die westliche und frühe japanische Fotografen in teils humorvollen Szenen zeigen.

Alle gezeigten Fotografien und Lackalben stammen aus der Sammlung des Fotojournalisten Robert Lebeck, der 1961 für die Reportage „Japan – I see!” im Magazin Kristall erstmals selbst nach Japan gereist war, um dort u.a. das erste Atomkraftwerk zu fotografieren. Seine Fotografische Sammlung wurde 1993 an das Museum Ludwig übergeben.

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