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4.10.2022
Blumenstillleben, Weydmüller-Krüger zu „Vorsicht zerbrechlich!”, DE-86150 Augsburg
Johanna Elisabeth Weydmüller-Krüger, Blumenstillleben, Dresden (Ausschnitt)
© Kunstsammlungen & Museen Augsburg, Sammlung G. und W. Steiner

Ausstellung 08.10.22 bis 15.01.23

Vorsicht zerbrechlich!

Schaezlerpalais

Ganzjährig:
Di-So 10-17 Uhr

Augsburg war im 18. Jahrhundert eine der bedeutendsten Produktionsstätten für Hinterglasmalerei. Begünstigt durch die Bedeutung der Stadt als Zentrum druckgrafischer Erzeugnisse, stand den Hinterglasmalern vor Ort ein reicher Vorlagenschatz zur Verfügung.

Die typischen Augsburger Hinterglasmalereien bestehen aus lasierenden Ölfarben in zartem Kolorit mit gedämpften Brauntönen und vorwiegend rötlichen Kontrasten. Eine besondere Rolle nehmen dabei die Stadtveduten Johann Wolfgang Baumgartners (1702-1761) ein, die in einer aufwendigen Farbradierungstechnik entstanden. Weitere Zentren der Hinterglasmalerei befanden sich in der Schweiz und am Staffelsee.

Den Kunstsammlungen und Museen Augsburg ist es im Jahr 2021 gelungen, 153 Hinterglasgemälde aus der bedeutenden Sammlung Gisela und Prof. Wolfgang Steiner zu erwerben.

Die Ausstellung präsentiert rund 100 Hinterglasbilder dieses Konvoluts. Weitere 57 Hinterglasbilder aus der Sammlung Steiner sind im Rahmen der Dauerpräsentation zu besichtigen.

Die frühesten in der Ausstellung gezeigten Arbeiten stammen aus Tirol und dem Veneto des 16. Jahrhunderts. Dort stand in der Zeit um 1550 erstmals farbloses Flachglas als Bildträger für Hinterglasgemälde zur Verfügung. Während diese früheren Hinterglasbilder allesamt religiöse Motive zeigen, traten im 17. und 18. Jahrhundert profane Sujets wie Stillleben oder Genreszenen hinzu, die sich gleichzeitig auch in anderen Kunstgattungen großer Beliebtheit erfreuten.

Im 19. Jahrhundert fand die Hinterglasmalerei vor allem in der Volkskunst Verbreitung: kleinformatige Bilder gaben die Gnadenbilder berühmter Wallfahrtsorte wieder und dienten so als Andenken an Pilgerfahrten. Schutz und Hilfe versprachen wiederum die Darstellungen von Namenspatronen, die vom 18. bis ins 19. Jahrhundert in Serie produziert wurden.

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