Version
17.5.2024
(modifiziert)
Weinlese zu „Zwischen Wingert und Busch”, DE-53639 Königswinter
Weinlese, Fotografie, um 1950
© LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte

Ausstellung 08.05. bis 17.11.24

Zwischen Wingert und Busch

Siebengebirgsmuseum

Kellerstraße 16
DE-53639 Königswinter
Ganzjährig:
Di-Fr 14-17 Uhr
Sa 14-18 Uhr
So+Ft 11-18 Uhr

Über Jahrhunderte prägte der Weinbau die Landschaft des Siebengebirges. Besonders markant waren die terrassierten Weinberge an den nach Südwesten ausgerichteten Hängen. Auch andere landwirtschaftliche Nutzungen standen mit dem Weinbau in Zusammenhang. Dazu gehörte beispielsweise eine ganz spezifische Waldwirtschaftsform, die als „Rahmbusch” in Resten noch heute sichtbar ist. Diese regional verbreitete Form des Niederwalds lieferte insbesondere Weinbergspfähle und fand sich überwiegend in den nordostexponierten Lagen.

In den Höhenlagen bestimmten ausgedehnte Heideflächen das Landschaftsbild, in denen Futter für das Vieh gewonnen wurde. Erst die zahlreichen Betriebsaufgaben und die Flurbereinigungen im 20. Jahrhundert führten zur entscheidenden Veränderung der historischen Weinbaulandschaft.

In den überwiegend sehr kleinen Familienbetrieben verteilten sich die Arbeiten auf alle Haushaltsmitglieder, häufig ging darüber hinaus eine Person einem weiteren Gelderwerb nach. Nur wenige Weingüter hatten mehr als ein Hektar Land. Neben den zahlreichen Arbeiten im Weinberg mussten im Wald die Weinbergspfähle geschlagen und Einstreu für das Vieh gesammelt werden. Das Futter für die Tiere kam von den im Hinterland gelegenen Wiesen. Der Mist aus den Ställen wiederum diente als Dünger für die Rebstöcke. Die Zweige der Weiden wurden als Bindematerial für die Reben verwendet. Diese Zusammenhänge bildeten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Grundlage für ein weitgehend unabhängiges Wirtschaftssystem, das die Existenz von größeren und kleineren Weingütern sicherte und Zukäufe wie beispielsweise teure Weinbergspfähle oder Dünger überflüssig machte.

Die Ausstellung präsentiert Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprojekts „Zeugen der Landschaftsgeschichte im Siebengebirge”. Neben der Dokumentation des planvollen Wirtschaftssystems der Landnutzungen anhand von ausgewählten Weingütern stehen auch handwerkliche Arbeitsweisen und die noch heute in der Landschaft erkennbaren Spuren im Blickpunkt. Darüber hinaus widmet sich die Ausstellung der Rezeption dieser alten Tradition und der Bedeutung des Weinbaus für den Rheintourismus.

POI

Ausstellungsort

Sieben­gebirgs­museum

Ent­ste­hung der Land­schaft, Burgen, Steinbrüche, Regio­nal- und Wirt­schafts­ge­schichte, Tourismus und Rhein­roman­tik.

Stichwort

Vulkanismus

Zoo, Königswinter

Drachen­welt Königs­winter

Mysti­scher Ort, der Ein­blicke in die Welt der Nibe­lungen­sage ge­währt: Wag­ners „Fafner” in der Oper „Sieg­fried”, Re­kon­struk­tion eines Dino­sauriers, Rep­tilien­zoo mit um die 100 leben­den Tieren.

Schloss, Königswinter

Sch­loss Dra­chen­burg

In­be­griff der Rhein­roman­tik des späten 19. Jahr­hun­derts. Groß­forma­tige Wand­ge­mälde in Jagd- und Nibe­lungen­zimmer, Musik­zimmer. Schloß­an­lagen mit roman­ti­scher Archi­tektur. Muse­um zu Schloss­ge­schichte und zu den Re­stau­rierungs­arbeiten.

Aquarium, Königswinter

Sea Li­fe Kö­nigs­win­ter

Einzig­artig in Deutsch­land ent­führt das SEA LIFE Königs­winter die Be­su­cher nicht nur in die fas­zi­nie­ren­de Unter­wasser­welt, sondern nimmt sie gleich­zeitig mit auf eine traum­hafte Reise in die Sagen- und Mär­chen­welt.

Bis 22.9.2024, Bonn

Katha­rina Grosse

Die groß­forma­tigen und unge­mein kraftvollen Gemälde von Katha­rina Grosse erzeugen durch ihre nach­drück­liche, mate­rielle Präsenz eine ge­stei­gerte Sinnes­wahr­nehmung.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
Pressemitteilungen willkommen
#3102303 © Webmuseen Verlag