Ausstellung 07.05. bis 25.09.22

Museum Ulm

Barock in Ulm! (Fragile Schönheit)

David Heschler und Johann Ulrich Hurdter

Ulm, Museum Ulm: Zu Lebzeiten waren David Heschler und Johann Ulrich Hurdter gefragte Künstler, heute sind sie selbst in Ulm weitgehend unbekannt. Bis 25.9.22

Im 17. Jahrhundert brachte Ulm Kunst von höchster Qualität hervor: David Heschler (1611-1667) und sein Schüler Johann Ulrich Hurdter (1631/32-1716) schufen als Bildschnitzer meisterliche Werke, ihre Spezialität waren virtuose kleinformatige Skulpturen aus Elfenbein oder Holz. Neben religiösen Themen bedienten sie den Zeitgeschmack mit allegorisch-sinnbildlichen oder mythologischen Darstellungen.

Zu Lebzeiten waren David Heschler und Johann Ulrich Hurdter gefragte Künstler, heute sind sie selbst in Ulm weitgehend unbekannt.

Für Ulm war das 17. Jahrhundert eine Zeit der Extreme: der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen waren auch hier spürbar. Bis zu 16.000 Menschen flüchteten sich zeitweise hinter die schützenden Mauern der Stadt, Seuchen brachen aus, und Nahrungsmittel verteuerten sich. Das kulturelle Leben, das Interesse an Wissenschaft und Technik oder die Neugier auf ferne Länder gingen jedoch ungebrochen weiter und brachten eine neue Blütezeit.

1619 lockte der „Ulmer Kometenstreit” Theologen und Naturwissenschaftler, darunter den jungen René Descartes, zum gelehrten Disput nach Ulm. 1627 ließ der berühmte Astronom Johannes Kepler in Ulm eine seiner wichtigsten Schriften drucken und revidierte nebenbei das Eichsystem der Stadt. Joseph Furttenbach leistete wichtige Beiträge zur Architektur- und zur Ingenieurkunst; sein Ulmer Haus war eine Sehenswürdigkeit, genau wie die Sammlung des Kaufmanns Christoph Weickmann mit ihren faszinierenden Schaustücken aus fernen Ländern und Kontinenten, oder die Elefantendame „Hansken”, die 1651 mit ihrem Besitzer in Ulm Station machte.

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