Ausstellung 28.05.20 bis 31.03.23

vorarlberg museum

Auf eigene Gefahr

Vom riskanten Wunsch nach Sicherheit

Bregenz, vorarlberg museum: Angst und Unsicherheit gehören zum Leben dazu. Die Ausstellung ist ein Kaleidoskop vieler Geschichten über den Wunsch, das Bedürfnis und Bemühen, Unsicherheiten zu minimieren. Bis 31.3.23

Angst und Unsicherheit gehören zum Leben dazu. Wir alle haben unterschiedliche Strategien, mit diesen ständigen Begleiterinnen umzugehen, ob mit weltlicher oder transzendenter Hilfe. Was haben Menschen unternommen, um Gefahren abzuwenden, das Leben von Ängsten zu befreien, Hab und Gut sowie Territorien zu schützen?

Die erst rund 100 Jahre alten sozialen Sicherheitsgarantien des Staates können Folgen von individuellen Schicksalen oder Katastrophen lindern, aber nicht von Angst befreien. Unser Sicherheitsgefühl bleibt eine subjektive Wahrnehmung und kein nur mit Daten belegbarer Zustand. Das hat mit persönlichen Befindlichkeiten, medialer Berichterstattung, mit kollektiven Erwartungshaltungen und mit individuell gemachten Erfahrungen zu tun. Und insbesondere mit Vertrauen.

Menschen fühlen sich dort am sichersten, wo Vertrauen in eine gerechte Verteilung von Sozialausgaben besteht, wo staatlich gewährte Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt herrschen. Erreicht wird dies weniger durch kriminalpräventive oder polizeiliche Maßnahmen, denn durch Transparenz und Integrität. Unser Sicherheitsgefühl ist manipulierbar. Oder positiv formuliert: veränderbar. Angstmache, Verhetzung, Verschwörungstheorien und Populismus leisten einem Vertrauensbruch und damit einem Verlust von Sicherheit Vorschuss.

Die Ausstellung ist ein Kaleidoskop vieler Geschichten über den Wunsch, das Bedürfnis und Bemühen, Unsicherheiten zu minimieren. Die Geschichten erzählen von der Unerreichbarkeit oder Illusion von Sicherheit, von rechtlichen und transzendenten Konzepten, vom Wert der Sicherheit – und berichten schließlich auch vom Preis derselben, Freiheiten zugunsten von Sicherheiten aufzugeben, durch Überwachung, Bevormundung und die Beschneidung der eigenen Autarkie.

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