Museum

Deutsches Fleischermuseum

Böblingen: Dokumente zur Geschichte des Berufsstandes, Handwerkszeuge und Gerätschaften von der Vergangenheit bis zur Gegenwart, Prunkgefäße, Pokale, Zunftladen.

Das Deutsche Fleischermuseum in dem um 1570 erbauten Vogtshaus am Böblinger Marktplatz ist das einzige deutsche Spezialmuseum für die historische Welt des Fleischerhandwerks. Es zeigt Dokumente zur Geschichte des Berufsstandes, Handwerkszeuge und Gerätschaften von der Vergangenheit bis zur Gegenwart, Prunkgefäße, Pokale und Zunftladen.

Fleisch und Wurst waren lange Zeit luxuriöse Lebensmittel der städtischen Oberschicht und des Adels. Zu den begehrtesten Produkten gehörten tierische Fette wie Speck und Schmalz. Fleischer waren aber auch wichtige Rohstofflieferanten für das Leder und Fell verarbeitende Gewerbe, für die Beindrechsler und für weitere Handwerker. Kein Wunder also, dass sie hohes Ansehen genossen.

Die Zunft

Von der Wiege bis zur Bahre begleiteten die Zünfte ihre Mitglieder. Kostbare Trinkgefäße („Zunftsilber”), herrliche Zunftladen, prächtige Zunftfahnen und eine Sammlung alter Lehr- und Meisterbriefe aus ganz Deutschland zeugen von Wohlhabenheit und Selbstbewusstsein des „löblich-ehrsamen Fleischerhandwerks”. In jahrhundertealten Zunftbüchern sowie in Zunft- und Verkaufsordnungen dokumentiert sich die Bedeutung der Fleischer für das Wirt­schafts­leben.

Von der Fleischlaube zur Landmetzgerei

Was wäre der Fleischer ohne sein Ladengeschäft! Seit dem 15. Jahrhundert wurde der Verkauf von Fleisch in Stücken und verfeinerten Würsten zu einem immer wichtigeren Teil des Handwerks. Bilder und Modelle illustrieren im Vogtshaus den Weg von den mittelalterlichen „Fleischlauben” bis zu der als Ensemble vollständig ins Museum versetzten kleinen Landmetzgerei um 1920 und der kunstvollen neobarocken Majolika-Verkaufstheke aus der Zeit um 1900, original bestückt mit alten Wurstschneidemaschinen, Ladenkassen und besonderen Waagen.

Wurstküche

Wie kam früher eigentlich die Wurst in ihre Haut? Eine nachgestellte Wurstküche aus der Zeit um 1890 zeigt Fülltrichter für die Würste, schwere Wiegemesser, gusseiserne und später schon motorisierte Maschinen und viele andere Wurst­küchen­uten­silien.

Ohne Gewürze fehlt es am Geschmack! Fleisch und Wurstwaren spielen in der Geschichte der Ernährung als Höhepunkte der Mahlzeiten eine wichtige Rolle. Immer waren und sind sie zusammen mit den verschiedenen Gewürzen wichtige Bestandteile des gehobenen Konsums, der feinen Küche und der Festtafel. Der Gewürzraum des Museums und die Wurstküche von 1890 veranschaulichen das Thema „Wurst machen”.

Kunst

Ein ganzes Stockwerk des Museums ist der Kunst vorbehalten. Vielleicht liegt es ja an der Liebe zum guten Essen, dass sich so viele Künstler in unterschiedlichsten Techniken – unter anderem in Malerei und Grafik, Plastik, Keramik und Bronzeguss – mit Themen rund um das Fleischerhandwerk auseinandersetzten.

Von der Genremalerei des 18. Jahrhunderts reicht die Palette der Kunst bis zur naiven Malerei und zeitgenössischen Werken, vom drastischen Expressionismus eines Albert Birkle, Manfred Henninger und Paul Kleinschmidt sowie den Aquarellen von Tomi Ungerer bis zu kleinen Glas- und Keramikobjekten einer modernen Gebrauchskunst.

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