Ausstellung 01.05. bis 06.11.22

Stadtmuseum „Alte Post”

Der Astronom, die Hexe und die Pfarrersfrau

Ebersbach an der Fils, Stadtmuseum „Alte Post”: Johannes Kepler, Universalgelehrter und Astronom mit weltweitem Ruhm, musste alles in die Waagschale werfen, um seine der Hexerei und des Schadenzaubers angeklagte Mutter vor dem Tod zu bewahren. Bis 6.11.22

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen drei starke Persönlichkeiten. Sie lebten vor rund 400 Jahren in einer Welt im Wandel. Der Astronom war Johannes Kepler, die Hexe war Katharina Kepler, seine Mutter und die Pfarrersfrau war Margaretha, die Schwester des Astronomen.

Johannes Kepler genießt als Astronom weltweiten Ruhm. Was die meisten wohl nicht wissen: er unterbrach seine wissenschaftliche Karriere, um seiner Mutter in einem lebensbedrohlichen Gerichtsprozess beizustehen. Hierbei musste der Universalgelehrte alles in die Waagschale werfen, um seine Mutter vor dem Tod zu bewahren.

Katharina Kepler war als alte Frau das Opfer von Mobbing und Missgunst ihrer Nachbarn geworden. Man hatte sie der Hexerei und des Schadenzaubers bezichtigt. Ein Anklagepunkt war der Vorwurf, dass sie sich einen Totenschädel habe beschaffen wollen, um damit ein Werkzeug der Hexenkunst zu bekommen. Als die 74 Jahre alte Frau, nach 405 Tagen Inhaftierung, freigesprochen wurde, lebte sie noch ein knappes halbes Jahr bei ihrer Tochter Margaretha in Roßwälden. Dort starb sie vor 400 Jahren, am 13. April im Jahr 1622.

Margaretha Kepler hatte 1608 den evangelischen Pfarrer Georg Binder geheiratet. Damit kamen zwei unterschiedliche Familien zusammen. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes im Jahr 1634 ging sie nach zweijähriger Witwenzeit eine weitere Ehe mit dem Fellbacher Pfarrer Georg Konrad Maickler ein. Eine gute Entscheidung.

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