Ausstellung 22.02.20 bis 10.01.21

Händel-Haus

Meine Seele sieht im Hören

Händels Opern, Oskar Hagen und die Bildkraft der Musik

Halle (Saale), Händel-Haus: Die Ausstellung begibt sich mit historischen Bühnenbildern und Grafiken, eindrucksvollen Gemälden und Notendrucken sowieoriginalen Musikinstrumenten auf die Suche nach Bildern in Händels einfühlsamsten Stücken. Bis 10.1.21

Das Jahr 2020 ist für Händel-Freunde ein Jubiläumsjahr. Nachdem Händels Opernschaffen fast 180 Jahre lang in den Musiktheatern in Vergessenheit geraten war, wagte 1920 der Kunsthistoriker, Dirigent und Musikwissenschaftler Oskar Hagen (1888-1957) in Göttingen gemeinsam mit einem Laienorchester das Experiment einer szenischen Aufführung der Händel-Oper „Rodelinda”. Und stieß auf ein begeistertes Publikum.

Die Wurzeln für Hagens Händel-Faszination führen nach Halle, wo er von 1913 bis 1918 tätig war. Dort lernte er Händels Musik in Seminaren bei Hermann Abert kennen und begeisterte sich seit dieser Zeit für die Idee einer Wiederaufführung der Opern Händels. Für die Göttinger Inszenierung konnte er Paul Thiersch gewinnen, den Leiter der Kunstgewerbeschule Halle, der die expressionistische Ausstattung schuf.

Neben der Musik war es vor allem die Kunstgeschichte, die Hagen interessierte. Bei der Beschreibung von Kunstwerken verwendet er immer wieder musikalische Begriffe. Dass er dabei kulturelle Phänomene aus einer verstärkt nationalen Perspektive betrachtet, erschwert heute die Rezeption seiner Werke.

Naturbilder und Leidenschaft

Dem regen Vergleich und Austausch zwischen Musik und bildender Kunst ist der zweite Teil der Ausstellung gewidmet. Theoretische Abhandlungen des 18. Jahrhunderts führen zurück zum Musikpraktiker Georg Friedrich Händel. Händel selbst war ein Kunstkenner und Sammler. In seinen Kompositionen gelang es ihm, ganz im Sinne barocker Nachahmungsästhetik und Affektenlehre, wie kaum einem anderen Komponisten seiner Zeit sowohl Naturbilder als auch innere emotionale Leidenschaft in Musik zu gießen.

Die Ausstellung begibt sich auf die Suche nach Bildern in Händels einfühlsamsten Stücken. Historische Bühnenbilder und Grafiken, eindrucksvolle Gemälde und Notendrucke, originale Musikinstrumente und natürlich reichlich erklingende Musik geben Anregungen zu einem Thema, das die Künste und die Sinne verschmelzen lässt.

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