Museum

Kujau-Kabinett

Eine ARTmuseum

Bietigheim-Bissingen: Ein Kaleidoskop von Fälschungen, aber auch Originalen aus der Feder Konrad Kujaus: gefälschte Hoheitszeichen des Dritten Reichs, ein Liebesbrief Hitlers, Gemälde von Monet bis Miro, von Chagall bis Dali und von Zille bis Spitzweg. Die Werkstatt Konrad Kujaus, alte Tinten und Stempelkissen, Schriftstücke von „Katharina der Großen”, „Karl Marx” und „Johann Sebastian Bach”.

Die Ausstellung zeigt ein Kaleidoskop von Fälschungen, aber auch Originalen aus der Feder Konrad Kujaus und dokumentiert eine jahrzehntelang andauernde Fälschergeschichte.

Der Rundgang beginnt mit der bekanntesten Episode aus Konrad Kujaus Leben. Angefangen bei einem Buddelschiff, in dem die Fälscherwerkstatt Kujaus dargestellt ist, bis hin zu der Geldtasche, mit welcher der Reporter Gerd Heidemann die Millionenbeträge für die gefälschten Tagebuchkladden überbracht haben soll, gewinnt der Besucher hier die ersten Eindrücke über die Person und Persönlichkeit des Fälschers.

Eine Vitrine zeigt Szenen und originale Requisiten aus Helmut Dietls oscarnomminierter Filmsatire „Schtonk” von 1991/92, die den Skandal der angeblichen Hitler-Tagebücher mit Starbesetzung filmisch aufbereitete. Auch originale Erinnerungsstücke von Hermann Görings Yacht Carin II sind hier zu sehen und ebenso eine Szenerie mit Fundstücken jener abstürzten Junkers 352, in der sich angeblich auch die Tagebücher des Führers befunden haben sollen.

Hinter einer Original-Gefängniszellentür aus Hamburg-Fuhlsbüttel, wo Kujau und Heidemann ihre Strafe verbüßten, verbergen sich u.a. die gefälschten Hoheitszeichen des Dritten Reichs, ein Liebesbrief Hitlers an eine unbekannte Frau und vieles mehr, das bei ordentlicher Prüfung niemals als „echt” hätte beurteilt werden können.

Die gefälschten Werke, die Konrad Kujau seit den 1960er-Jahren produzierte, reichen quer durch alle Epochen und Genres von Monet bis Miro, von Chagall bis Dali und von Zille bis Spitzweg. Er selbst behauptete, dass einige davon unerkannt in berühmten Museen hängen.

Eine Ecke ist als Werkstatt Konrad Kujaus nachgestellt, abgetrennt durch weitere Tischvitrinen, welche die Inhalte der Schreibtischschubladen zeigen. Darunter beispielsweise alte Tinten und Stempelkissen, alte Originalpapiere vom Flohmarkt sowie Mineralien, mit denen der Fälscher seine „historischen” Farben anmischte. Auch einige Original-Kujau-Utensilien wie seine Staffelei mit einer begonnenen Kunstfälschung oder sein Malerkittel sind hier zu sehen, dazu viele kleine Notizzettel, auf denen Kujau beispielsweise Handschriften geübt hat oder sich Notizen zu bestimmten Themen machte.

Falsche Echtheitszertifikate

Diese Handschriften berühmter Persönlichkeiten macht Kujau sich nicht nur zu eigen, um geschichtliche Dokumente nachzuahmen. Schamlos nutzte er sie auch dazu, um in der Handschrift historischer Personen beispielsweise Echtheitszertifikate für Orden oder andere Machtinsignien zu fälschen. Was er bei einem Spaziergang auf dem Flohmarkt fand, wurde so im Handumdrehen zu einem wertvollen Objekt. Vom Schlachtplan Wallensteins bis hin zu Schriftstücken von Katharina der Großen, Karl Marx und Johann Sebastian Bach ist im Museum viel Kurioses zu entdecken.

Kujau-Kabinett ist bei:

Personenmuseen

Verantwortlich gem. §55 Abs 2 RStV: Rainer Göttlinger. Pressemitteilungen willkommen. #1049521 © Webmuseen