Ausstellung 27.06. bis 14.11.21

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Rodin / Arp

Remagen, Arp Museum Bahnhof Rolandseck: In der direkten Gegenüberstellung wird deutlich, dass bei allen offensichtlich formensprachlichen Unterschieden beide Künstler eine ganze Reihe verwandter Forderungen und übergeordneter bildkünstlerischer Prinzipien verbindet. Bis 14.11.21

Zum ersten Mal treffen in einer dialogischen Museumsausstellung zwei der wichtigsten Neuerer der modernen Plastik aufeinander: Auguste Rodin (1840-1917) und Hans Arp (1886-1966). Beide stehen für den Beginn einer jeweils neuen Ära der Bildhauerei.

Anhand von über 100 Werken macht die groß angelegte Schau überraschende Verwandtschaften ihres Schaffens erlebbar. Der enge Dialog verdeutlicht zugleich, wie sich in Rodins Skulpturen bereits wesentliche Voraussetzungen der Abstraktion abzeichnen, die für die nachfolgende Künstlergeneration wegweisend geworden sind.

Mit der erkenntnisreichen Begegnung der Werke von Rodin und Arp erweitert das Museum nicht nur seine Reihe der Rendezvous des Amis um einen einzigartigen Höhepunkt, sondern erstmals auch um einen generationsübergreifenden Blickwinkel. Die komplexe Präsentation vereint Skulpturen, Reliefs und Zeichnungen, darunter ikonische ebenso wie weniger bekannte Arbeiten.

In der direkten Gegenüberstellung wird deutlich, dass bei allen offensichtlich formensprachlichen Unterschieden beide Künstler eine ganze Reihe verwandter Forderungen und übergeordneter bildkünstlerischer Prinzipien verbindet, die der Jüngere konsequenterweise in die Abstraktion führt.

Zu diesen Prinzipien, deren unerschöpfliche Quelle die große Werkstatt der Natur (Arp) bildet, zählen Vielansichtigkeit und Metamorphose, Entstehung und Wachstum oder auch die Behandlung von Oberfläche und Volumen. Es eint sie überdies die Methoden des Fragmentierens, der Konstruktion und Dekonstruktion ebenso wie das Infragestellen traditioneller Auffassungen des Denkmalbegriffs oder des Sockels.

Einen spürbar persönlichen Aspekt bilden die Huldigungen, mit denen Arp Rodin seinen tiefempfundenen Respekt zollt. Im kreativen Umfeld des Pariser Surrealismus ehrt Arp den herausragenden Bildhauer Rodin erstmals namentlich mit der hinreißenden Plastik Automatische Skulptur (Rodin gewidmet). 1952 dann verfasst er mit dem Gedicht Des échos de pérennité eine gleichsam tiefgründige, lyrische Hommage à Rodin.

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