Ans andere Ende der Welt

Japan und die europäischen Meister der Moderne

Staatsgalerie Stuttgart
3.2.-18.6.2017

Konrad-Adenauer-Straße 30-32
70173 Stuttgart

www.staatsgalerie.de

Di-Mi, Fr-So 10-18 Uhr
Do 10-20 Uhr

Kaum eine Mode be­ein­flußte die Künst­ler des aus­gehen­den 19. Jahr­hun­derts nach­haltiger als die Be­gei­ste­rung für Japan: In der fremden Bildwelt Edos (dem heutigen Tokio) begeg­neten sie der bunten Welt des Thea­ters, der Ver­gnü­gungs­viertel und der Mode.

Bild
Utagawa Kunisada (Toyokuni III), Ohana, die Frau von Yogosaku, Farbholzschnitt, um 1850, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung
Ans andere Ende der Welt :: Ausstellung
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Kaum eine Mode beeinflusste die Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts nachhaltiger als die Begeisterung für Japan: In der fremden Bildwelt Edos (dem heutigen Tokio) begegneten sie der bunten Welt des Theaters, der Vergnügungsviertel und der Mode.

Vor allem im Medium des Farbholzschnittes gelangten diese „Bilder der fließenden Welt” (Ukiyo-e) nach Europa, wo sie Künstler wie Sammler gleichermaßen begeisterten: Pierre Bonnard beispielsweise tapezierte seine Wände mit den bunten Drucken und wurde von seinen Freunden der Gruppierung Nabis „le Nabi japonard” genannt. Private Sammler wie Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler erwarben japanische Farbholzschnitte; ebenso öffentliche Sammlungen – darunter auch die Staatsgalerie.

In der Gegenüberstellung mit Werken europäischer Künstler wie Pierre Bonnard und Édouard Vuillard, Henri de Toulouse-Lautrec oder Paul Gauguin – eben jenen Künstlern, deren Werke in der Sammlung Hahnloser repräsentiert sind, – wird deutlich, wie diese sich auf ihrer Suche nach neuen Ausdrucksformen inspirieren ließen: In den farbenfrohen japanischen Drucken fanden sie Schönheit und Ausdruckskraft der geschwungenen Linie, simultane Perspektiven und überbordende Ornamentik. Vor allem die Sehnsucht der Nabis-Künstler nach einer neuen Einheit von Kunst und Leben und die damit einhergehende Aufwertung von Kunsthandwerk und Gebrauchsgraphik empfingen wichtige Impulse aus den Erzeugnissen japanischer Kunst.

Rund 100 japanische Drucke und 30 europäische Graphiken aus dem eigenen Bestand werden in zwei aufeinanderfolgenden Hängungen erstmals dem Publikum präsentiert.