Ausstellung 29.06. bis 04.09.22

Wiener Secession

B. Ingrid Olson. Elastic X

Wien, Wiener Secession: Ob mit der Kamera aufgenommen, maschinell gefertigt oder in Form gegossen, Olsons Bilder fungieren als empathische Stellvertreterinnen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, was es heißt, zu sehen und gesehen zu werden. Bis 4.9.22

Mit ihren Arbeiten, die gleichzeitig photographisch und skulptural sind, beschreibt B. Ingrid Olson die wahrgenommenen Beziehungen zwischen ihrem eigenen Körper, den Körpern der Betrachtenden und dem architektonischen Körper.

Indem sie ihren Körper als Ausgangsmaterial einsetzt, zeigt sie auf vielfältige Weise wie sie innerhalb der Parameter ihres Ateliers lebt, sich bewegt und sich verändert. Die mit dem Sehen und der Architektur verbundenen Einschränkungen, wie zum Beispiel Öffnungen, Schwellen, Spiegel, Transparenz, Opazität, Licht und Schatten, sind oft doppelt in den Werken präsent: zum einen sind sie im Bild festgehalten, zum anderen sind sie auch außerhalb dessen vorhanden, indem sie als Rahmen dienen. Die Ergebnisse dieses Prozesses sind multidimensionale Objekte und Bilder, die die körperliche Beschaffenheit und die Strukturierung des Raumes neu definieren.

Intuitiv arbeitend, bedient sich Olson einer Vielzahl von Mitteln und Methoden, um die Herausforderung zu meistern, ganze Räume und Körper zu einer einzigen Bildebene zu verdichten. In fragmentierten Bildimpressionen durchkreuzen die Effekte von Verdoppelung, Spiegelung und multiplen Perspektiven jegliche Kohärenz ‒ erzeugen Spannungen zwischen einer inneren, subjektiven Erfahrung und einem äußeren, abgebildeten Subjekt. Indem sie die Elastizität der Repräsentation auslotet, schichtet Olson Darstellungen eines wandelbaren Körpers in eine provisorische Umgebung, wobei sie unterschiedliche Gesten oder Requisiten einsetzt, die genderspezifische oder androgyne Qualitäten signalisieren.

Ob mit der Kamera aufgenommen, maschinell gefertigt oder in Form gegossen, Olsons Bilder fungieren als empathische Stellvertreterinnen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, was es heißt, zu sehen und gesehen zu werden.

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