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9.5.2024
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Die Germanen zu „Deutschlandmuseum (Museum)”, DE-10117 Berlin
Frühes Mittelalter zu „Deutschlandmuseum (Museum)”, DE-10117 Berlin
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Museum

Deutschlandmuseum

Ein historisches Museum wie kein anderes

Leipziger Platz 7
DE-10117 Berlin
Ab 17. Juni 2023, ganzjährig:
tägl. 10-20 Uhr

Berlin war Schauplatz vieler historischer Ereignisse. Das Deutschlandmuseum befindet sich am Leipziger Platz, mitten im historischen und gegenwärtigen Geschehen der Hauptstadt, dort wo einst die Mauer die Stadt teilte.

Es ist das einzige Geschichtsmuseum seiner Art: zwölf prägende Momente aus verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte sind als Kulissen in jeweils eigenen Räumen lebensgroß und detailreich aufgebaut. Hier lässt sich Geschichte nicht nur anschauen, sondern mit allen Sinnen erleben.

Im Jahr 9 n. Chr. führt Varus, römischer Statthalter in Germanien, seine Legionen ins Winterlager. Die Römer bezeichnen die Bewohner des Landes wegen ihrer gemeinsamen Sprache als Germanen. Diese bilden jedoch keine Einheit, sondern bekämpfen sich oft sogar gegenseitig. Im Wald begeht Cherusker-Fürst Arminius, der im Dienst der Römer steht, Verrat und lockt die Legionäre in einen Hinterhalt, wo sie von einer Allianz mehrerer germanischer Stämme vernichtend geschlagen werden.

Im August 955 erringt ein ostfränkisches Heer unter dem gewählten König Otto auf dem Lechfeld bei Augsburg einen großen Sieg über die einfallenden Ungarn. Otto, seitdem „der Große” genannt, wird 962 zum Kaiser gekrönt und begründet das spätere „Heilige Römische Reich Deutscher Nation”.

Im Jahr 1212 lässt sich der erst 18-jährige Friedrich zum König wählen. Dafür muss er zahlreiche Zugeständnisse machen und dem Adel Rechte einräumen, die dieser nie wieder aus der Hand gibt. Zur Zeit Friedrichs befinden wir uns mitten in der Blütezeit des Rittertums, des Burgenbaus und des Minnesangs. Die von Burg zu Burg ziehenden Sänger streben nach einer in ganz Deutschland verständlichen Sprache.

1517 will der Mönch Martin Luther Reformen in der Kirche anstoßen, doch führt diese Reformation zur Spaltung der Christenheit, und aus den Streitigkeiten erwachsen kriegerische Auseinandersetzungen. Dass Luthers Handeln eine so große Wirkung entfalten kann, hat entscheidend mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg zu tun: Nachrichten und Meinungen verbreiten sich nun viel schneller. Höhepunkt der Konflikte ist der 30-jährige Krieg.

Nach dem Westfälischen Frieden ist der Kaiser geschwächt. 1740 wird Friedrich Il. preußischer König. Der aufgeklärte Monarch ist sehr tolerant, etwa in religiösen Fragen. Der Philosoph Kant fordert, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, statt weiter blind auf Tradition und Kirche zu vertrauen. Die Weimarer Klassik bringt die berühmtesten Werke der deutschen Literatur hervor.

Im Revolutionsjahr 1848 scheitert die Nationalversammlung an der Uneinigkeit der gewählten Volksvertreter. Vorausgegangen waren die Vorherrschaft Napoleons in Europa und nach dessen Sturz der Deutsche Bund als lockere Union der Länder. Die Freiheit der Bürger wird wieder eingeschränkt, viele ziehen sich in der „Biedermeierzeit” ins Privatleben zurück.

1914 bricht der Erste Weltkrieg aus. Fünf Großmächte stehen sich gegenüber: das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn gegen Frankreich, Russland und Großbritannien. In der „Gründerzeit” nach dem Sieg über Frankreich im Jahr 1871 war es unter Reichskanzler Bismarck zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung gekommen, die Industrie boomte und die Städte wuchsen rasant. Nun aber verlieren Millionen Menschen in den Schützengräben ihr Leben.

In den „Goldenen Zwanzigern” der Weimarer Republik geht es ab 1926 wirtschaftlich bergauf, Berlin gilt als „Welthauptstadt der Kultur”. Die Demokratie hat es anfangs schwer: die Rechte hetzt gegen den Versailler Vertrag, der Linken ist der Staat zu bürgerlich. Massenarbeitslosigkeit und politische Fehler der Regierung führen 1929 zu einer Staatskrise.

Am 30. Januar 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Innerhalb weniger Monaten gelingt es den Nationalsozialisten, die Demokratie in eine Diktatur zu verwandeln. Ihre Propaganda verfängt, die Unterdrückung der Juden findet vielfach Zustimmung. Widerstand wird mit äußerster Härte bekämpft. Deutschland rüstet auf. Mit dem Überfall auf Polen 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg, 1941 wird die Sowjetunion überfallen. Nach und nach gewinnen die Alliierten die Oberhand: Berlin wird besetzt, Hitler begeht Selbstmord, und Deutschland erklärt seine Niederlage.

1945 ist Deutschland besetzt, ein Viertel dos Territoriums ist abgetrennt, 12 Millionen Deutsche sind aus dem Osten vertrieben worden. Die Kriegsschäden sind enorm. Im Kalten Krieg stehen sich die Sieger bald als Gegner gegenüber. In den Westzonen entsteht 1949 die Bundesrepublik Deutschland mit freier Marktwirtschaft genießt ihr „Wirtschaftswunder”, die Ostzone wird zur Deutschen Demokratischen Republik (DDR) als sozialistischer Staat nach sowjetischem Vorbild. Mangel und Unfreiheit führen 1950 zum Aufstand, der gewaltsam niedergeschlagen wird.

1972 schließen BRD und DDR den „Grundlagenvertrag”, akzeptieren damit den Status quo, streben eine „friedliche Koexistenz” an und werden beide in die UNO aufgenommen. Die Teilung Deutschlands ist bereits seit 1961 zementiert. An der Grenze gilt Schießbefehl, die Diktatur wird mit Hilfe der „Staatssicherheit” weiter ausgebaut. Die BRD führt unterdessen gesellschaftliche Reformen durch.

Am 3. Oktober 1990, ein Jahr nach dem lange für undenkbar gehaltenen Fall der Berliner Mauer, tritt die DDR der Bundesrepublik bei. Das vereinigte Deutschland gründet 1992 mit elf anderen Staaten die Europäische Union. In den Fahnenmeeren der Fußballweltmeisterschaft (der Herren) in Deutschland 2006 zeigt sich ein neues nationales Selbstbewusstsein.

Die Frage, wie die deutsche Demokratie mit den zahlreichen Herausforderungen und Krisen des 21. Jahrhunderts fertig wird, kann allerdings erst die Zukunft erweisen.

Der Verfasser hat das Museum am 25. September 2023 besucht.

Wichtig: der Einlass erfolgt über Zeitfenstertickets, die Preise variieren je nach Nachfrage und Vorlaufzeit.

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Rainer Göttlinger
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