Museum

Funkenburg Westgreußen

Archäologisches Freilichtmuseum

Westgreußen: Rekonstruktion einer germanischen Siedlung auf einem markanten Bergsporn. Graben- und Wallanlagen mit den Holzpalisaden, Langhaus, Pfostenhäuser, Rasensodenhaus und Lehmkuppel-Backöfen.

Der suebische Stamm der Hermunduren erweiterte sein Siedlungsgebiet bis zur Zeitenwende von der Elbe bis an Saale und Unstrut. Sie besiedelten im Laufe der Zeit weite Teile des heutigen Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Sie verdrängten und vermischten sich zum Teil mit den dort ansässigen Kelten. Einige Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen zeugen von ihrer regen Wanderschaft und Landnahme. Im Jahr 58 n.Chr. wird von einer Schlacht gegen die Chatten berichtet.

Das Archäologische Freilichtmuseum umfasst die deutschlandweit einmalige Rekonstruktion einer germanischen Siedlung. Die 1974 bis 1980 archäologisch untersuchte Befestigungsanlage liegt auf einem markanten Bergsporn über dem landschaftlich reizvollen Helbetal. Sie wurde vom 2. Jh.v.Chr. bis zum frühen 1. Jh.n.Chr. bewohnt. Im Verlauf der Grabung wurden die Spuren von 60 Hütten und ca. 500 Gruben gefunden.

Bevor man die Burganlage betreten kann, stellt sich dem „Eindringling” eine trutzige Verteidigungsanlage entgegen. Die Graben- und Wallanlagen mit den Holzpalisaden und dem Wehrgang vermitteln einen Eindruck der Wehrhaftigkeit der Germanen.

Das Langhaus ist mit seinen Grundmaßen von ca 12 x 8 m das größte Gebäude der Anlage und zeugt damit von der Bedeutung der Anlage in der damaligen Zeit. Es war vielleicht der Sitz des Oberhauptes.

In den Pfostenhäusern spielte sich das tägliche Leben der Familien ab. Sie dienten der Gefolgschaft als Unterkunft. Ein Haus bot ungefähr acht bis zehn Menschen Platz. Da die Germanen noch keine Steinbauten kannten, verarbeiteten sie ausschließlich Materialien, die sie in der Umgebung fanden.

Die richtige Lagerung und Aufbewahrung von Vorräten, besonders Lebensmitteln, war von lebenswichtiger Bedeutung und erfolgte getrennt von den Wohnhäusern.

Bei der Konstruktion des Rasensodenhauses bewiesen die Germanen eine wahre Meisterschaft. Das Dach ist mit Rasenstücken gedeckt, regeneriert sich selbst und bietet eine hervorragende Dichtheit gegenüber dem Regenwetter. Auch die Wärmedämmung ist entsprechend der Jahreszeit günstig.

Überdacht und stets einsatzbereit, sind inzwischen sind mehrere der Lehmkuppel-Backöfen wieder sorgfältig und originalgetreu aufgebaut. Sie sind voll funktionstüchtig und werden für das Backen von Brötchen, Fladenbrot, Kuchen und anderen Leckereien genutzt.

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