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Museum.Stadt.Miltenberg

Miltenberg: Leben und Arbeiten der Miltenberger seit dem 16. Jahrhundert. Judaica, Jagdwaffen, Glas, Keramik, Spielzeug.

Leben und Arbeiten der Miltenberger seit dem 16. Jahrhundert, Schwerpunktsammlungen wie Judaica, Jagdwaffen, Glas, Keramik, Spielzeug. Bayerischer Museumspreis 1999, Förderpreis Bezirk Unterfranken 2007.

Römerzeit

In der römischen Abteilung sind einige Funde aus der Zeit ausgestellt, als der Vordere Limes (Teil des Obergermanisch-Raetischen Limes) bei Miltenberg an den Main stieß und zum "nassen Limes" wurde.

Zwischen ca. 165 bis 260 n. Chr. siedelten militärische Einheiten und in ihrem Gefolge Zivilisten auf dem Gebiet des heutigen Miltenbergs. Das ergrabene Altstadt-Kastell und die ausgestellten Funde im Museum zeugen vom Alltagsleben der Römer.

Stadtgeschichte

Die kurmainzische Stadt, an einer wichtigen Handelsstraße gelegen, wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt und nahm einen raschen Aufschwung bis hin zur wirtschaftlichen Blütezeit des 14. und 15. Jahrhundert.

Weinbau, Steingewinnung und -bearbeitung, sowie Holz- und Holzkohlenhandel bestimmten über Jahrhunderte das Wirtschaftsleben. In der Stadt durften sogar zeitweise Goldmünzen geprägt werden, 1367 wurde das Messeprivileg verliehen.

Judaica

Bereits Ende des 13. Jahrhunderts ist eine jüdische Gemeinde in Miltenberg nachgewiesen. Gezeigt werden ein äußerst rarer Omer-Kalender aus dem 19. Jahrhundert sowie der mittelalterliche Toragiebel aus der alten Synagoge Miltenbergs.

Religiöse Volkskunde

Hinterglasbilder, Klosterarbeiten und Devotionalien bilden einen Schwerpunkt der Ausstellung.

Alltag

Studiensammlungen zu Glas und Keramik, eine rekonsturierte schwarze Küche sowie der Waschplatz veranschaulichen das historische Alltagsleben in der Stadt.

Der Spielzeugsammler Roland Schildhauer hat seine über Jahrzehnte zusammengetragenen Dampfmaschinen, Eisenbahnen und Baukästen dem Museum als Stiftung überlassen.

Das Ehepaar Lang wiederum schenkte ein umfangreiches Arsenal an bedeutenden Jagdwaffen mit entsprechendem Zubehör und seltenen Selbstschussgeräten.

Dux (Duchcov) in Böhmen

Zwei Räume sind der Miltenberger Patenstadt Dux (Duchcov) in Böhmen gewidmet. Der kleine Ort liegt zwischen Prag und Dresden, südlich des Erzgebirges.

Die gezeigten Figuren und Vasen hat der Heimatkreis Dux nach dem Krieg mühsam aus dem Antiquitätenhandel zusammengekauft. Ein berühmter Duxer war Giacomo Girolamo Casanova (1725-1798).

Bayern

1816 ging Miltenberg endgültig an Bayern über und verlor dadurch die gewachsenen historischen und wirtschaftlichen Bindungen ins Mainzer Umfeld. Diese einschneidende Zeit wird anhand einer Landwehrkapelle und der Sammlung historischer Musikinstrumente aufgearbeitet.

Landwehrkapellen in den Bezirksstädten spielten seinerzeit überwiegend sogenannte „türkische Musik” mit vielen Schlaginstrumenten. Davon zeugen die seltenen ausgestellten Instrumente wie eine „Große Türkische Trommel”, Cinellen und eine Ophikleide.

Galerie

In der Gemäldegalerie sind Werke Miltenberger Künstler wie Rudolf Hirth du Frênes (1846-1916) und Gemälde mit Miltenberger Motiven ausgestellt. Dem berühmtesten Sohn der Stadt, Philipp Wirth (1808-1878), ist ein eigener Raum gewidmet.

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