Ausstellung 14.04. bis 08.06.22

Liechtensteinisches Landesmuseum

Operetten in Liechtenstein

Vaduz, Liechtensteinisches Landesmuseum: Operetten leben vom Moment, vom unmittelbaren Erlebnis. Fällt der Vorhang, so wird das meiste vernichtet. Der Blick in die verschiedenen Depots erbrachte dennoch ein unglaubliches Sammelsurium vom Vogelkäfig bis zur Kalaschnikow. Bis 8.6.22

Im vergangenen Jahr feierten die Operette Vaduz ihr 80-jähriges und die Operette Balzers ihr 75-jähriges Bestehen. Beide Operetten brachten ihre Freude mit einer Festschrift zum Ausdruck, in denen mit berechtigtem Stolz auf die vergangenen Jahrzehnte zurückgeschaut wurde.

Operetten leben vom Moment, vom unmittelbaren Erlebnis. Sie wollen Gefühle erzeugen und das Publikum gut unterhalten. Diese Gefühlswelt kann man nur bedingt in einem Film festhalten. Operetten sind leichte, flüchtige Kost. Eine Besonderheit dieser Ausstellung besteht denn auch darin, dass die Bühnenbilder, die Requisiten, die Kostüme usw. nicht für die Ewigkeit geschaffen werden, sondern für diese eine Inszenierung. Fällt der Vorhang, so wird das meiste vernichtet: es gibt in den Depots schlicht keinen Platz für alle Kulissen und Requisiten.

Manches aber gelangt doch in ein „vielleicht kann man es ja noch einmal brauchen” Lager. Und so wurde in den verschiedenen Depots geschaut, was für Requisiten aus früheren Jahren noch vorhanden sind. Was dabei herauskam, war ein unglaubliches Sammelsurium: vom Vogelkäfig über die Schatztruhe bis zur Krone war alles zu finden – sogar eine Kalaschnikow.

Recht erfolgreich wurde auch nach Videoaufnahmen der Operetten gesucht: die Ausbeute mit Aufnahmen aus 31 Inszenierungen lässt sich wahrlich sehen. German Foser vom Liechtensteinischen LandesMuseum hat diese Filme digitalisiert und die schönsten Lieder zusammengeschnitten. Das Ergebnis – ein bedeutendes Dokument zum liechtensteinischen Kunstschaffen – ist in der Ausstellung zu sehen.

Lebendige Erinnerungen

Die Ausstellung richtet sich in erster Linie an Operettenfreunde. Je mehr man über dieses Musikgenre weiss, desto mehr Freude wird man am Besuch haben. Was für die Operetten selber gilt, gilt auch für die Ausstellung: bitte nicht tierisch ernst nehmen, sondern mit einem Augenzwingern Altbekannte(s) wiedererkennen und vielleicht da und dort auch Unbekanntes entdecken.

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