Ausstellung 15.07. bis 04.12.22

Sudetendeutsches Museum

Allerley kunststück

Reliefintarsien aus Eger

München, Sudetendeutsches Museum: Die Ausstellung präsentiert die Egerer Reliefintarsienkunst in ihrem historischen und politischen Kontext, erläutert die Herstellungstechnik und zeigt die Bandbreite der Motive und Gestaltungsformen. Bis 4.12.22

Für „allerley kunststück” bezahlte die Stadt Eger dem Kunsttischler Adam Eck 1651 einen Betrag von 331 Gulden. Dieser Vermerk im städtischen Ausgabenbuch bezieht sich auf ein einzigartiges Kunsthandwerk: plastische Einlegearbeiten aus Holz, sogenannte Reliefintarsien. Diese Sonderform der Intarsienkunst gab es nur in Eger und Adam Eck war einer ihrer prominentesten Vertreter.

Reliefintarsien finden sich auf Kabinettschränken, Brettspielkassetten, Schatullen und Bildtafeln. Nur der Adel und das gehobene Bürgertum konnten sich die kostbaren, aufwendig gearbeiteten Kunstwerke leisten, die meist als exquisite Sammlerstücke für fürstliche Kunstkammern erworben wurden. Die dargestellten Bildmotive wie Schlachten, Allegorien und mythologische Szenen entsprachen dem gehobenen Bildungsstand der Kundschaft.

Bis heute faszinieren Egerer Reliefintarsien durch virtuose Handwerkstechnik und minutiöse Detaildarstellung.

Die Stadt Eger setzte die Reliefintarsienkunst gezielt als diplomatisches Instrument ein. Sie verschenkte Reliefintarsien an politische Entscheidungsträger, um ihre seit dem Mittelalter bestehende staatsrechtliche Sonderstellung zu bewahren. Dies erklärt die paradoxe Tatsache, dass die Reliefintarsienkunst mitten im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 ihre größte Blüte erlebte, als Eger zum Aufmarschgebiet und Spielball gegnerischer Heere wurde: in der von wechselnden Truppen belagerten Stadt hielten sich einflussreiche Politiker und hohe Beamte auf.

Die Ausstellung präsentiert die Egerer Reliefintarsienkunst in ihrem historischen und politischen Kontext, erläutert die Herstellungstechnik und zeigt die Bandbreite der Motive und Gestaltungsformen.

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