Museum

Städtische Museen Konstanz

Rosgartenmuseum

Konstanz: Kunst und Kultur des Bodenseeraumes und Geschichte der Stadt Konstanz.

Das Rosgartenmuseum bietet einen Querschnitt durch die Geschichte, Kunst und Kultur des Bodenseegebietes und der Stadt Konstanz von der Steinzeit bis heute.

Leinersaal

Schmuckstück des Museums ist der nach dem Museumsgründer benannte „Leinersaal” aus der Gründerzeit (1871) des Museums: in diesem „Museum im Museum” mit einmaliger Atmosphäre dokumentieren Objekte der Geologie, Paläontologie und der Archäologie die Erdgeschichte und die Entstehung des Lebens bis zu den Menschen in der Bronzezeit. Besondere regionale Schwerpunkte sind die Fossilien des Jura, späteiszeitliche Funde sowie die große Zahl der Pfahlbaufunde der Jungsteinzeit und der Bronze­zeit.

Stadtgeschichte

Mehr als 500 Jahre lang lagen die politischen Geschicke der Stadt Konstanz in den Händen der Bischöfe. Sie waren seit der Gründung des Bistums um 600 n.Chr. die Herren über die Stadt und ihre Bürger. Erst Kaiser Heinrich VI. befreite 1192 die Konstanzer Bürger von allen bischöflichen Steuern. Nach der Reichsacht von 1548 durch Kaiser Karl V. war Konstanz eine vorderösterreichische Landstadt und wurde erst 1806 sie durch Napoleons Willen badisch.

Ein Blick von der Empore auf das das historische Stadtmodell führt das mittelalterliche Konstanz vor Augen.

Wirtschaftliche Impulse durch Genfer Emigranten Ende des 18. Jahrhunderts und technische Neuigkeiten des 19. Jahrhunderts, die Dampfschifffahrt etwa oder der Anschluss an die Bahnlinie, bedeuteten für Konstanz den Aufbruch in moderne Zeiten.

Zunftsaal

Der historische „Zunftsaal”, die gute Stube des Rosgartenmuseums, diente im Mittelalter den Mitgliedern und Gästen der Rosgartenzunft als Versammlungssaal und Trinkstube. Die Wandvertäfelung zieren Wappen des Schwäbischen Bundes und einiger Konstanzer Geschlechter.

Kunst des Mittelalters

Als Zentrum des Bistums war Konstanz im Mittelalter ein bedeutender Auftraggeber für die hier ansässigen Maler- und Bildhauerwerkstätten. Einige der Tafelbilder zu religiösen Themen stammen aus den Konstanzer Werkstätten von Peter Murer und Rudolf Stahel.

Reformation und Gegen­reformation

Die Lehre Luthers fiel in Konstanz auf fruchtbaren Boden. Bürgerschaft und Rat der Stadt traten zur neuen Religion über, der Bischof verließ die Stadt und übersiedelte nach Meersburg. Politisch suchte die Stadt Anschluss an die protestantischen Städte der Schweiz und an den Schmal­kaldischen Bund.

Der Konflikt rief 1548 den katholischen Kaiser Karl V. auf den Plan. Die Stadt verlor ihre Reichsfreiheit und wurde Österreich einverleibt. Die katholische Religion wurde wieder einge­führt.

Kunst und Kunsthandwerk

Im 17. Jahrhundert entstanden in der Bischofsstadt Konstanz hervorragende kunsthandwerkliche Objekte von überregionaler Bedeutung.

Das 18. und 19. Jahrhundert brachte überregional bewunderte Künstler hervor. Neben dem bekannten Barockmaler Franz Ludwig Hermann steht vor allem die Konstanzer Malerin Marie Ellenrieder im Zentrum der Dauer­aus­stellung.

Biedermeier

Nach dem Ende der Herrschaft Napoleons wurden auf dem Wiener Kongress (1815) die politischen Freiheitsrechte der Bürger beschnitten. Die folgende „Restaurationszeit” löste eine starke Hinwendung zur „Innerlichkeit” aus: die Bürger zogen sich ins Private zurück, spielten Karten, sammelten Nippes, lasen sich Gedichte und Romane vor und rauchten die Tabakspfeife. Zugleich ereigneten sich große technologische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Umwäl­zungen.

Gezeigt werden typische Alltagsobjekte dieser nach 1850 ironisch „Biedermeier” genannten Epoche.

Nationalsozialismus

Der Staatsterror war 1939 überall sichtbar: Geschäfte jüdischer Kaufleute wurden „arisiert”, politisch auffällige Nachbarn bekamen Besuch von der Gestapo. Die Ausstellung richtet den Blick auf vergessene Opfer und auf Mutige, die Flüchtlinge über die deutsch-schweizerische Grenze schmuggelten. Unter ihnen: Johann Georg Elser, der beschloss, Hitler zu beseitigen. Am 8. November 1939, dem Tag seines scheiternden Attentats, wurde er in Konstanz fest­ge­nommen.

Wer die Geschichte kennt, kann die eigene Zeit besser verstehen.

Die 2022 erneuerte Dauerausstellung macht die Vergangenheit von Totalitarismus und Krieg sichtbar: sie zeigt, wie Freiheit und Rechtsstaat untergingen, erinnert an Verfolgung und Widerstand, und macht an konkreten Beispielen anschaulich, was Menschen erlitten. Erinnerungsstücke, Filme, Fotos und Originalobjekte der Zeit vermitteln, wie auch der 45-mütige Film im Museumskino, einen lebendigen Eindruck vom Alltagsleben in Zeiten des Terrors.

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