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28.9.2023
Familie Hoppenstedt zu „Ach was. Loriot zum Hundertsten”, DE-60311 Frankfurt/Main
Familie Hoppenstedt freut sich auf ein Atomkraftwerk
© Studio Loriot
Dudl jö zu „Ach was. Loriot zum Hundertsten”, DE-60311 Frankfurt/Main
Alles, was er macht, ist sinnlos zu „Ach was. Loriot zum Hundertsten”, DE-60311 Frankfurt/Main
Alles, was er macht, ist sinnlos
© Studio Loriot
Blick in die Ausstellung zu „Ach was. Loriot zum Hundertsten”, DE-60311 Frankfurt/Main
Blick in die Ausstellung
© Britta Frenz

Ausstellung 28.09.23 bis 12.05.24

Ach was. Loriot zum Hundertsten

caricatura museum frankfurt

Weckmarkt 17
DE-60311 Frankfurt/Main
Ganzjährig:
Di-So+Ft 11-17 Uhr

„Bernhard-Viktor weist bei sehr gutem Betragen gute Leistungen auf. Er ist fleißig, handgeschickt und kann im Unterricht denkend mitarbeiten, nur zuweilen macht sich eine gewisse Versonnenheit bemerkbar, die wohl, wie überhaupt seine etwas weniger elastische Art, in körperlicher Konstitution begründet sein mag. Sein Ausdruck ist entsprechend, doch gewandt.”

Noch lässt das erste Zeugnis vom 30. September 1930 nur erahnen, dass aus dem versonnenen, wenngleich auch gewandten Erstklässler von Bülow viele Jahre später Deutschlands beliebtester Humorist erwachsen wird: der Maler und Zeichner, Werbegrafiker, Schriftsteller, Moderator, Regisseur, Schauspieler, Dichter, Bühnen- und Kostümbildner Loriot.

In Brandenburg an der Havel geboren, studiert Loriot von 1947 bis 1949 Malerei und Grafik an der Kunstakademie in Hamburg und arbeitet zunächst als Werbegestalter. Erst 1950 kommt er „auf die absurde Idee, es mit Heiterem zu versuchen” und bietet der Illustrierten „Die Straße” seine ersten Cartoons an. Man druckt ab – und stellt fast umgehend das Erscheinen ein.

Die folgenden Arbeitsbeziehungen mit stern, Quick und dem Diogenes Verlag erweisen sich als fruchtbarer und langlebiger. Das rote Sofa und Loriot vereinen sich 1967 zunächst in der Fernsehsendung „Cartoon” des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart. Neben Regie und Moderation entstehen Trickfilme und erste Fernsehsketche. Mittels Perücken, falscher Nasen und anmontierter Bärte entdeckt das Publikum ganz neue Seiten an Tagesschausprecher Karl-Heinz Köpcke, Moderator Robert Lembke, Eduard Zimmermann und König Ludwig II. Nach 21 Folgen ist 1972 Sendeschluss. Vorerst.

Radio Bremen-Programmdirektor Ertel überredet Loriot 1976 zur Rückkehr auf den Bildschirm. Das Sofa ist nun grün, und Evelyn Hamann tritt auf. Ein Glücksfall. Sechs Folgen werden gedreht. Kein Mensch wird fortan Nudeln unbelastet verzehren, den Versuch wagen, schiefe Bilder zu begradigen, und selbst das Frühstücksei ist seiner Unschuld beraubt. Dafür erfreuen sich Badeenten, Atomkraftwerke und Lottoscheine wachsender Beliebtheit.

1979 dirigiert Loriot auf eigene Art das Festkonzert zum 100. Geburtstag der Berliner Philharmoniker, bringt Kindern den Karneval der Tiere nahe und inszeniert als Regisseur die Opern „Martha” und „Der Freischütz”. Zu beiden Werken entwirft er auch gleich Bühnenbild und Kostüm.

Über 4,5 Milionen Kinogänger verfolgten 1998 erregt das Liebeswerben von Möbelhändler Paul Winkelmann und Diplompsychologin Margarete Tietze: Loriots erster Spielfilm „Ödipussi” wurde, wie auch der 1991 folgende „Pappa ante Portas” („Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein”), zum Publikumsmagneten.

2006 strebte er schließlich „eine neue, mehr ins Pivate zielende Tätigkeit” (Heinrich Lohse) an, zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und widmet sich wieder der Malerei. der „Glücksvogel der Deutschen” (Hellmuth Karasek) starb 2011. Auf seinen Grabstein in Berlin nisten zahlreiche Badeenten.

Das Caricatura Museum Frankfurt feiert Loriots 100. Geburtstag mit einer prachtvollen Werkschau. Vom frühesten Werk aus Jugendtagen über grafische Entwürfe, Cartoons, Trickfilme, Zeugnisse seines Fernseh- und Kinoschaffens bis hin zu seinen Arbeiten als Regisseur und Bühnenbildgestalter für die bereits erwähnten Opern und dem Spätwerk der Nachtschattengewächse zeigt sie auch bislang eher unbekannte Seiten aus Loriots reichhaltigem Schaffen. Und das auf Papier, Ton, Film, Foto und Objekten.

Das Lichtspieltheater unter dem charmanten Spitzdach des Museums zeigt zudem eine Auswahl kurzweiliger Filmausschnitte. Der Nachwuchs erfreut sich derweil an Hund Wum und seinem Freund Wendelin im Erdgeschoss oder bei heiterer Begutachtung eines Atomkraftwerkes: „Da sind Baume und Hauser und Kühe, die möchten gerne ein schönes Atomkraftwerk haben.” (Vater Hoopenstedt zu Sohn Dickie).

Vicco von Bülow alias Loriot, der wohl bekannteste deutsche Humorist, wäre am 12. November 2023 100 Jahre alt geworden.

POI

Ausstellungsort

Carica­tura Museum für Komi­sche Kunst

Werke von F. W. Bern­stein, Robert Gern­hardt, Chlod­wig Poth, Hans Traxler und F. K. Waechter. Diese fünf Zeich­ner bilde­ten zu­sam­men mit den Auto­ren Bernd Eilert, Eck­hard Hen­scheid und Peter Knorr die Neue Frank­furter Schule.

Bis 9.6.2024, Frankfurt/Main

Cosima von Bonin. Feelings

Cosima von Bonin schafft Trans­forma­tionen des Alltäg­lichen. Die Schirn präsentiert eine ein­malige Insze­nierung, für die die Künstlerin jüngste, noch nie in Deutsch­land gezeigte Arbeiten mit bekannten Werken kom­biniert.

Museum, Frankfurt/Main

Stoltze­muse­um

Bild­doku­mente, Texte und Möbel aus dem Nach­laß der Frank­furter Mund­art­dichter Fried­rich und Adolf Stoltze.

Museum, Frankfurt/Main

Schirn Kunst­halle Frankfurt

Eines der renom­mier­te­sten Aus­stellungs­häuser Deutsch­lands, urba­ner Inte­gra­tions­punkt im Herzen der deut­schen Wirt­schafts­metro­pole und Impuls­geber der kultu­rellen Aus­ein­ander­setzung von euro­päi­schem Rang.

Museum, Frankfurt/Main

Jü­di­sches Mu­seum

Ent­wick­lung der jüdi­schen Gesell­schaft seit dem 12. Jahr­hundert, religiöse Kultur des Juden­tums, Ge­schich­te der deut­schen Juden im 19. und 20. Jahr­hun­dert unter beson­derer Berück­sich­tigung der Bedin­gun­gen in Frank­furt.

Museum, Frankfurt/Main

Museum MMK für Moderne Kunst

Museum, Frankfurt/Main

Struwwel­peter-Museum

Samm­lung der Origi­nale Dr. Hein­rich Hoff­manns (Nach­laß), sel­tene inter­natio­nale Struwwel­peter­aus­gaben und Paro­dien aus dem 19. und 20. Jahr­hun­dert; weitere Kinder­bücher, Skizzen­bücher und Auto­gra­phen Hein­rich Hoff­manns.

Bis 14.7.2024, Frankfurt/Main

Im Garten der Zufriedenheit

Die Malerei aus dem Reich der Mitte hat, anders als z.B. das chine­sische Porzellan, erst spät und in weit gerin­gerem Umfang den Weg in west­liche Samm­lungen gefunden.

Verantw. gem. §55 Abs 2 RStV:
Rainer Göttlinger
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