Version
5.5.2024
(modifiziert)
Piccolo/Tourist-Gespann zu „Erwin Hymer Museum (Museum)”, DE-88339 Bad Waldsee
Praga Piccolo vor Dethleffs Tourist
Foto: Rainer Göttlinger, 2022
DKW F8 Reichsklasse zu „Erwin Hymer Museum (Museum)”, DE-88339 Bad Waldsee
DKW F8 Reichsklasse vor Hirth Tramp
Car Cruiser innen zu „Erwin Hymer Museum (Museum)”, DE-88339 Bad Waldsee
Ein Blick in das Innere des englischen Cruisers „Rally Four”
Hans Berger Hausdabei zu „Erwin Hymer Museum (Museum)”, DE-88339 Bad Waldsee
Sportberger „Hausdabei” Klappcaravan
Dornier Delta innen zu „Erwin Hymer Museum (Museum)”, DE-88339 Bad Waldsee
Der Dornier Delta, gemeinsam mit Erwin Hymer entworfen, war sogar campingtauglich.
Bully zu „Erwin Hymer Museum (Museum)”, DE-88339 Bad Waldsee
Ford Taunus 12 M zu „Erwin Hymer Museum (Museum)”, DE-88339 Bad Waldsee
Ford Taunus 12 M vor Bürstner Delphin 280 L de Luxe
Colani Mobil zu „Erwin Hymer Museum (Museum)”, DE-88339 Bad Waldsee

Museum

Erwin Hymer Museum

Robert-Bosch-Straße 7
DE-88339 Bad Waldsee
Ganzjährig:
Di-Mi, Fr-So 10-18 Uhr
Do 10-21 Uhr

Das Erwin Hymer Museum lädt mit mehr als 80 Oldtimern und historischen Freizeitfahrzeugen aus aller Welt zu einer Tour durch die Geschichte des mobilen Wohnens ein, vom selbst gebauten ersten Wohnwagen Deutschlands („so etwas Ähnliches wie ein Zigeunerwagen”) über die Innovationen der Wirtschaftswunderzeit mit immer differenzierteren Kundenwünschen bis in die Gegenwart und sogar noch darüber hinaus. Die liebevoll restaurierten oder im Originalzustand befindlichen, teils „exotischen” Exponate sind in eine spannende interaktive Erlebniswelt mit begehbaren Pavillons ein­ge­bunden.

Neben den Wohnanhängern widmet die Ausstellung auch den zugehörigen Zugfahrzeugen große Aufmerksamkeit. So ist der Dethleffs Tourist auf der Bergstrecke, die für den Weg in die Alpen steht, hinter ein braunes Praga Cabriolet von 1929 gespannt, die „Wanderniere” Karawane S39 von Sportberger wird vom legendären Brezelkäfer gezogen, und das erste Nachkriegsmodell in Deutschland, den Hirth Tramp von 1947, schleppt ein feuerroter Opel Kadett Baujahr 1938.

In der oberen Etage des großzügigen Museumsgebäudes flankieren im weiteren Straßenverlauf Stilikonen der Wirtschaftswunderzeit wie Opel Rekord, Borgward Isabella oder das winzige Goggomobil die symbolische Straße bis zu jener Stelle, da ein ausgewachsener Wohnbus in mintgrün mit einer Dachterrasse überrascht, auf der sogar ein Sonnenschirm Platz hat. Wenige Meter weiter demonstriert ein ausgebauter VW-Bulli, dass es sich auch auf kleinem Raum einigermaßen komfortabel durch die Welt reisen ließ.

Die Traumreiseziele jener Zeit lagen zunächst in den Alpen und an der Adria, während bei den Anhängern des „Pfades der Erleuchtung” schon damals das ferne Indien gefragt war.

Derlei Reisefreiheiten blieben den Bürgern der DDR verwehrt, im Arbeiter- und Bauernstaat galt schon ein Urlaub an der Ostsee im selbst gebauten Wohnanhänger als Inbegriff höchsten Reiseglücks, von Reisezielen wie Nordafrika oder Skandinavien, denen die folgenden Abschnitte gewidmet sind, konnten sie nur träumen.

Die Pioniere

Namentlich vorgestellt werden nun auch die Pioniere des Wohnwagenbaus: Arist Dethleffs, der seiner Liebsten den Wunsch nach einem fahrbaren Künstleratelier erfüllte, der Dokumentarfilmer Heinrich Hauser mit seiner Arche auf Rädern, der Zeltcaravan-Erfinder Hans Berger und der mit ihm befreundete und als „Reiseonkel” bekannt gewordene Journalist Theo Rockenfeller, der Erfinder der herausnehmbaren Wohneinrichtung Franz Knobel, der Halter des damaligen Höhenrekords für Wohnwagen Hans Seitz, der verliebte Erfinder der „Wanderniere” Max Würdig, der wegen der strengen Moralvorstellungen der 1930er Jahre kein Hotelzimmer für sich und seine Verlobte bekam, der Flugzeugingenieur Erich Bachem, dessen Vor- und Zuname sich auch heute noch in der Marke „Eriba” wiederfinden, sowie natürlich der 1930 geborene Erwin Hymer, dessen „Hymermobil” als Gattungsbegriff für alle Arten von Reisemobilen in die deutsche Sprache ein­ge­gangen ist.

Die Gespanne auf der bergab führenden Rampe leiten schließlich zu den Abschnitten über, in denen ergänzend zu den Wohnwagen und Wohnmobilen auch auf diverse Innovationen bei deren Aufbau und Ausstattung eingegangen wird: Stromlinienform, Skelett- und Sandwichbauweise, Automatikbremse, Kugelkopfkupplung, Antischleudersystem, Winterfestigkeit, Reisekühlschrank, Chemie­toilette etc. etc.

Und was haben sich die Erfinder des Caravanings nicht noch so alles alles ausgedacht: ausstellbare Dächer, hochklappbare Wände, stromlinienförmige Karosserien, Mini-Wohnanhänger für Kleinstmobile wie Isetta, Goggomobil oder gar das Fahrrad, der Wohnanhänger als Hausboot für Fluss­kreuz­fahrten und noch vieles mehr.

Auch das offene Kino ist auf dieser Ebene untergebracht und ebenso der abschließende Ausstellungsteil mit den nicht immer ganz ernst gemeinten Zukunftsperspektiven. Im Foyerbereich schließlich warten noch Shop und Restaurant mit thematisch passenden Artikeln und Speisen (!) auf.

Der Verfasser hat das Museum am 8.10.2022 besucht.

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