Museum

Naturkundemuseum

Leipzig: Geologie, Ur- und Frühgeschichte, Zoologie, Botanik, Naturschutz in Nordwestsachsen, Tiergeographie. Großtiere-Präparation, lebende Bienen, Dioramen, der Löwe Tamrin aus dem Leipziger Zoo.

Das Naturkundemuseum Leipzig ist mit seiner über einhundertjährigen Tradition nicht nur ein naturwissenschaftlicher Bildungsort, sondern als Archiv der Biodiversität auch ein Hort der Wissenschaft, an dem in Flora, Fauna, Geologie und Archäologie gesammelt, bewahrt und geforscht wird.

Seine Sammlungen zur Geologie, Ur- und Frühgeschichte, Zoologie, Botanik, dem Naturschutz in Nordwestsachsen und der Tiergeographie enthalten eine Vielzahl wissenschaftlich wertvoller Exponate. Darunter befinden sich zahlreiche Sachzeugen aus den durch Braunkohleabbau zerstörten Landschaften sowie Belege ausgestorbener oder vom Aussterben bedrohter Pflanzen- und Tierarten.

Revolutionär der Tierpräparation

Mit seiner vor allem für Großtiere entwickelten Präparationsmethoden erlangte Hermanus Hendrikus ter Meer Anfang des letzten Jahrhunderts bahnbrechende Leistungen im Bereich der Dermoplastik.

In der Sammlung des Museums befinden sich 241 ter Meer-Präparate sowie 67 Kleinplastiken. Damit besitzt das Leipziger Naturkundemuseum weltweit den größten zusammenhängenden Fundus seines Schaffens.

Lebende Bienen

Sie ziehen immer nach der Winterruhe im Frühjahr ein und bleiben bis in den späten Herbst: der Superorganismus „Martha Bien” mit Arbeiterinnen, Drohnen und Königin sowie dem Wabenwerk, das sie im Naturbau unermüdlich ausbauen, und in denen die jungen Bienen heranwachsen. Außerdem werden hier Pollen und Honig auf Vorrat gehalten.

Großtrappen

Die Großtrappe war einst in der Leipziger Tiefebene weit verbreitet. Als typischer Bewohner von Offenlandschaften besiedelte sie Felder und Wiesen. Doch bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts war mit Beginn der Industrialisierung der Landwirtschaft ein merklicher Bestandsrückgang festzustellen. Das letzte Vorkommen in Sachsen war im Kreis Delitzsch und ist seit 1994 erloschen. Das letzte Brutvorkommen des Triel wurde 1987 nordöstlich von Leipzig festgestellt.

Dioramen

Dioramen sind dreidimensionale Nachbildungen von Naturausschnitten, die nahtlos in einen gemalten Hintergrund übergehen. Durch den Präparator Otto Teichmann entstanden im Zeitraum von 1910 bis 1940 über dreißig sogenannte Kleindioramen mit heimischen Vogel- und Säugerarten, die sich auch heute noch im Bestand des Museums befinden.

Die drei größten Dioramen wurden vom Präparator Horst Spicale geschaffen. Das Biber-Diorama entstand nach intensiven Freilandbeobachtungen in Biberrevieren an der Mulde es zeigt zwei Biber bei ihren nächtlichen Aktivitäten an einem Gewässerufer. Das 1993 aufgebaute Hisch-Diorama ist Bestandteil der Ausstellung Wälder Nordwestsachsens. Und in der Ausstellung „Auen der Leipziger Tieflandsbucht” entstand 1995 das vorerst letzte Diorama mit Höckerschwänen und weiteren Sumpfbewohnern.

Das zweite Leben des Löwen Tamrin

Tamrin war der letzte Löwe im alten Raubtierhaus des Leipziger Zoos und starb im Juli 2000 im Alter von 19 Jahren. Dem Präparator Horst Spicale oblag die schwierige Aufgabe der Wiederauferstehung des Löwen. Den Blick der Glasaugen in die Ferne gerichtet, hält er nun nach seinen Artgenossen im Zoo Ausschau.

Ur- und Frühgeschichte

Die gezeigten Exponate reichen von der Altsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit bis zu den Germanen.

Den Auftakt bilden altsteinzeitliche Funde bei Markkleeberg, entdeckt bereits 1895 in einer Kiesgrube in Markkleeberg-Ost. Der Fundplatz gehört zu den bedeutendsten der Altsteinzeit in Mitteleuropa, fiel jedoch größtenteils dem Tagebau zum Opfer, so dass keine detaillierte und fachgerechte Untersuchung möglich war.

Im Zeitabschnitt der Bronzezeit wird zum z. B. der Wendelring von Canitz ausgestellt, der eine spezielle Form von Halsringen verkörpert.

Münzschatz von Naundörfchen

Bis auf zwei sind alle 129 Münzen, die zweifelsfrei als Meißner Groschen identifiziert werden konnten und vermutlich noch vor 1400 in der Erde versteckt worden waren, in der gemeinschaftlichen Münzstätte in Freiberg geprägt worden und weisen nur geringe Gebrauchsspuren auf.

Neukonzeption

Das zukünftige Naturkundemuseum Leipzig fokussiert sich auf drei zentrale Inszenierungen: das Mammut von Borna, die erste Deutsche Tiefseeexpedition mit dem Forschungsschiff Valdivia, und Geschichte der Dermopräparation, die ganz wesentlich mit dem Namen Herman Heinrich ter Meer und seiner Wirkungsstätte in Leipzig verbunden ist.

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