Ausstellung 07.00.21 bis 09.01.22

Kunstmuseum Bonn

Passierschein in die Zukunft

Joseph Beuys, Katinka Bock, Christian Jankowski, Jon Rafman

Bonn, Kunstmuseum Bonn: Obwohl es sich bei Katinka Bock, Christian Jankowski und Jon Rafman um absolut eigenständige Künstlerpersönlichkeiten handelt, lassen sich Berührungspunkte zu Ideen und Fragestellungen aufweisen, die auch Beuys bewegt haben. Bis 9.1.22

Joseph Beuys, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, hat ein medial wie thematisch reiches Gesamtwerk hinterlassen. Zu ihm gehören neben den Zeichnungen, den Plastiken und Aktionen auch seine Editionen, die einen Sammlungsschwerpunkt des Kunstmuseums Bonn bilden und im Rahmen seines Werkes eine wichtige Rolle spielen.

In ihrem komplexen Mikrokosmos spiegeln sich nicht nur alle inhaltlichen Schwerpunkte seines Schaffens, sie fügen dem Werk auch noch eine besondere Qualität hinzu. In dem Maße nämlich wie diese Arbeiten in hoher Stückzahl hergestellt und preiswert abgegeben wurden, verlassen sie das Ghetto der Museumskunst, um im gesellschaftlichen Raum wirksam zu werden. Statt an ein exklusives Kunstpublikum richten sich die Botschaften der Multiples an alle Menschen, bildet die Gesellschaft ihren Resonanzraum. Hier will Beuys seine Ideen verankern und so scheint es, dass der große Kommunikator und Gesellschaftsreformer Beuys gerade in den Multiples zu sich selbst kommt.

Entsprechend lautet die klare Forderung der Multiples, uns auf den Weg in eine sozialere, gerechtere und nach ökologischen Prinzipien gestaltete Zukunft zu machen. All sein Denken ist auf eine solche Entwicklung und damit auf die Zukunft ausgerichtet und von daher behalten seine Themen auch heute noch ihre Aktualität und Relevanz. Sie harren der weiterführenden „Bearbeitung” auch durch eine jüngere Künstlergeneration, die in der Ausstellung mit ihren Werken in einen differenzierten Austausch der Ideen tritt und so einen Diskurs eröffnet, der mal fortführend oder kontrovers, mal herausfordernd oder spannungsgeladen, aber immer auch eigenständig zu lesen ist, da er sich nicht rückbezieht, sondern im Heute, im Zeitgenössischen verankert ist.

So interagieren mit den drei im Beuys’schen Werk hervortretenden inhaltlichen Schwerpunkten der Ausstellung Natur – Prozess, Sprache – Aktion, Bild – Welt drei zeitgenössische Positionen: Katinka Bock, Christian Jankowski und Jon Rafman.

Obwohl es sich um absolut eigenständige Künstlerpersönlichkeiten handelt, lassen sich Berührungspunkte zu Ideen und Fragestellungen aufweisen, die auch Beuys bewegt haben. So entsteht ein komplexer, generationenübergreifender Dialog, in dem Impulse aufgegriffen und neu formuliert werden. Auch das mag die virale Kraft der Multiples, die Aktualität des Beuys'schen Denkens unter Beweis stellen: Beuys ist ein Künstler des 21. Jahrhunderts, ein Künstler der Zukunft.

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