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Auto- und Uhrenwelt Schramberg

(Auto- und Uhrenwelt Schramberg)

Schramberg: Die Ausstellung schlägt den Bogen von der Uhr zum Automobil und zeigt die Bedeutung dieser Verbindung insbesondere für Schramberg und den Schwarzwald.

Die Sammlung Martin Sauter schlägt den Bogen von der Uhr zum Automobil und zeigt die Bedeutung dieser Verbindung insbesondere für Schramberg und den Schwarzwald. Hier war die Uhr Triebfeder der Industrialisierung, heute bildet die Automobilindustrie die wirtschaftliche Basis zahlreicher Unternehmen. In beiden Industriezweigen spielten Pioniergeist, Erfindungsreichtum und kreative Tüftler über Jahrzehnte eine herausragende Rolle.

Highlights

Voll Bewunderung schauten wir nach dem Krieg nach Amerika. Der Einfluss Amerikas auf Film, Musik, Literatur und vieles andere prägte die Nachkriegsgeneration. In der württembergischen Fahrzeugindustrie war NSU eines der innovativsten Unternehmen. Hatte das erste Motorrad, die NSU Quick von 1949, noch Tretkurbeln, folgten schon bald so bekannte Motorräder wie Fox, Superfox, Lux, Superlux und NSU Max, das vielleicht bekannteste Motorrad der 50er Jahre.

Die autohungrigen Deutschen aber wollten von NSU nicht nur Zweiräder, sondern einen richtigen kleinen PKW. Wieder entstand ein Meisterwerk, der Prinz, gefolgt von einem wahren Meilenstein, dem Ro 80: als erster Hersteller führte NSU den revolutionären Kreiskolbenmotor von Wankel im Serienbau ein. Doch ohne Glück: 1974 war bei NSU Schluss.

Die Traumwagen der Wirtschaftswunderzeit hießen Borgward Hansa 1500 und Isabella. Neu waren die Pontonform und die Blinkleuchten statt den Winkern, die Lenkradschaltung bot mehr Platz im Innenraum. Trotz des Verkaufserfolgs in der Mittelklasse ging Borgward 1961 in Konkurs.

Aufbaujahre

Fritz Fend, ein arbeitsloser Flugzeugkonstrukteur, entwickelte zusammen mit Willy Messerschmitt den Kabinenroller („Schneewittchensarg”), das erfolgreichste Dreirad Deutschlands.

Die Firma „Glas” begann 1955 mit der Serienherstellung des Goggomobils, eines Kleinwagens, der so aussah, wie man sich landläufig ein Auto vorstellte. In die BMW Isetta stieg man nicht seitlich, sondern von vorne ein. Zündapp setzte beim Janus darüberhinaus, wie zuvor schon Dornier in Friedrichshafen, die Passagiere Rücken an Rücken.

Der VW „Brezelkäfer” mußte mit Zwischengas geschaltet werden und war für seine mäßige Heizung, das Beschlagen der Fenster, die Winker und den Umschalthahn für den Reservetank bekannt. Seine Zuverlässigkeit jedoch war sprichwörtlich. Für den Karmann Ghia lieferte er das Fahrgestell.

Lloyd baute einen der ersten Kleinwagen in viersitziger Ausführung zu einem sehr günstigen Preis. Die Karosserie bestand aus einem Holzgerippe, das mit Kunstleder überzogen war, Spitzname: „Leukoplastbomber”.

Prägend für das Straßenbild der Nachkriegszeit waren die Marken Ford mit dem Taunus 12 M in der neuen Pontonform und Opel mit dem Olympia und dem Kapitän.

Im Osten war der Trabant zwar als Zeichen für die technische Überlegenheit des Sozialismus gedacht, hat dieses Ziel aber nie erreicht.

Die Automarken Kroboth, Fulda-Mobil, Kleinschnittger, Goliath, Gutbrod, Champion, Maico oder Brütsch sind heute weitgehend unbekannt.

Bundeskanzler Konrad Adenauer fuhr einen Mercedes 300.

Alltag der 50er-Jahre

In der obersten Etage des Museums erwecken liebevoll und authentisch eingerichtete Alltagsszenen mit vielen Unikaten und zeittypischen Konsumartikeln die deutsche Zeitgeschichte der 50er Jahre zum Leben.

Lebensmittel kaufte man offen und genau abgewogen in kleinen Mengen ein und erfuhr zugleich brandaktuell das Neueste aus dem Dorf. Elektrische Geräte und Plastikschüsseln fehlten, nicht jedoch Nierentisch, Buffett und Uhr. Ein Waschtag war für die Frauen reinste Knochenarbeit, denn eine elektrische Waschmaschine konnten sich nur wenige leisten.

Uhren

Die kurzweilige Reise durch die Uhrenindustrie beginnt bei der Schwarzwälder Hausindustrie und endet bei den neuesten Produkten der weltbekannten Marke Junghans.

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