Ausstellung 20.11.21 bis 20.02.22

Museum im Wittelsbacher Schloss

Augenblicke. Zeit in der Kunst

Friedberg/Bayern, Museum im Wittelsbacher Schloss: Nicht nur Philosophen haben sich mit dem Phänomen „Zeit” befasst, von jeher haben sich auch bildende Künstler mit dieser großen Frage auseinandergesetzt. Bis 20.2.22

Das Phänomen „Zeit” ist für alle Menschen eine prägende Erfahrung. Was aber ist Zeit?

„…Vergangenheit und Zukunft, wie kann man sagen, dass sie sind, wenn die Vergangenheit schon nicht mehr ist und die Zukunft noch nicht ist? Wenn dagegen die Gegenwart immer gegenwärtig wäre und nicht in die Vergangenheit überginge, so wäre sie nicht mehr Zeit, sondern Ewigkeit.” Mit diesen Worten umriss bereits der heilige Augustinus (gest. 430) die Komplexität von Zeiterleben.

Doch nicht nur Philosophen haben sich mit dem Thema befasst, von jeher haben sich auch bildende Künstler mit dieser großen Frage auseinandergesetzt. Welche unterschiedlichen Aspekte sie herausgearbeitet haben, führt die Ausstellung an ausgewählten Kunstwerken vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart vor. Dabei werden Arbeiten regional bedeutsamer Künstler ebenso präsentiert wie von international renommierten Meistern, darunter Max Beckmann (1884-1950), Tony Cragg (*1949), Salvador Dalí (1904-1989) oder Philipp Otto Runge (1777-1810).

Friedberg ist für eine solche Ausstellung geradezu prädestiniert, da hier über Jahrhunderte hinweg „Zeitmesser”, die prachtvollen Friedberger Uhren, wie sie auch im neu gestalteten Museum zu besichtigen sind, hergestellt wurden.

Mit den „Augenblicken” möchte die Sonderausstellung auf Momente von besonderer Qualität und Ästhetik im künstlerischen Umgang mit dem Phänomen „Zeit” aufmerksam machen.

Das Themenspektrum reicht von Tages- und Jahreszeitendarstellungen, über die Verbildlichung der menschlichen Lebensalter, über Chronos, die Personifikation der Zeit, bis hin zu Kunstwerken zur Apokalypse, der „Endzeit”.

Wie Künstler mittels Fotografie versucht haben, zeitliche Abläufe festzuhalten, bildet einen weiteren Aspekt der Schau, ebenso ausgewählte Positionen aktueller Kunst.

Unter den zeitgenössischen Künstlern, die ein Werk in der Ausstellung präsentieren, sind der niederländische Designer Maarten Baas, dessen “Grandfather Clocks” auch in großen internationalen Sammlungen vertreten sind, sowie der junge „Zeit-Künstler” Maurits Boettger.

Von dem italienischen Künstler Massimiliano Pironti wird das in hyperrealistischer Manier gemalte Porträt seiner 95-jährigen Großmutter präsentiert. An ihrer Physiognomie lässt sich das Vergehen der Zeit geradezu minutiös ablesen. Das Bild, das in Friedberg erstmals in einem deutschen Museum zu sehen ist, erhielt 2019 den BP Award, die weltweit bedeutendste Auszeichnung für moderne Porträtmalerei.

Nicht zuletzt präsentiert der Schweizer Künstler und Ingenieur Florian Schlumpf in der Ausstellung eine „Zeitmaschine”.

Museum im Wittelsbacher Schloss ist bei:

Max Beckmann

Salvador Dalí

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