Museum

Südseesammlung

und Historisches Museum Obergünzburg

Obergünzburg: Heimatgeschichte, Musikgeschichte, Saliterer, Strumpfwirker, Vor- und Frühgeschichte, Volkskunde. Südsee.

Der Kirchen- und Historienmaler Johannes Baptist Kaspar hinterließ seiner Heimatgemeinde zahlreiche Ölgemälde, Skizzen und Zeichnungen. Die 1886 erbaute „Gablersche Kleinkinder-Bewahr-Anstalt” wurde zur Gemäldegalerie, um das Erbe des ortsansässigen „Schwäbischen Nazareners” der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Es folgten weitere Schenkungen und Ankäufe, und der Kindergarten wurde um ein Stockwerk erweitert, um Raum für die stetig wachsende regionalgeschichtliche und naturkundliche Sammlung zu schaffen.

Auch die dem Kindergarten benachbarte Mädchenschule beherbergt da schon eine Ausstellung: die in Deutsch-Neuguinea zusammengetragene ethnographische Sammlung des NDL-Kapitäns Karl Nauer, die dieser 1913 seiner Heimatgemeinde stiftete.

1961 schließlich zogen sämtliche Sammlungen um in das ehemalige Pfarrhaus mitten im Herzen von Obergünzburg, in Nachbarschaft von Pflegerschloss und Marktplatz, gegenüber der Pfarrkirche St. Martin.

Seit 2009 verfügt die kolonialhistorische Sammlung aus dem Südpazifik über einen Museumsneubau: ein kubischer Baukörper mit begrüntem Flachdach, räumlich und funktional mit den denkmalgeschützten Gebäuden verbunden.

Regionalgeschichte

Die Sammlung führt mit Grabungsfunden aus der Römerzeit und dem Hochmittelalter weit zurück in die Vergangenheit. Zeugnisse zur Kirchengeschichte und dem lokalen Wallfahrtswesen ebenso wie zu Zünften und ortstypischen Handwerken wie Wachsziehern, Blaudruckern, Saliterern und Strumpfwirkern gewähren Einblicke in alte Zeiten, die Musikgeschichte und das reiche Vereinsleben des Marktfleckens um die vorletzte Jahrhundertwende wird anhand unterschiedlichster Exponate anschaulich erläutert.

Gemäldesammlung

Den Grundstock der Gemäldesammlung bildet nach wie vor der Nachlass des Obergünzburger Kunst- und Historienmalers Johannes Baptist Kaspar (1822-1885), nur wenige Jahre später durch elf Ölgemälde des einheimischen Künstlers Benedikt Kiechle (1805-1834) ergänzt.

Aus dieser Zeit stammen auch die beeindruckenden Original-Panoramen des Obergünzburger Bergsteigers und Zeichners Georg Roggenhofer (1859-1924).

Herzstück der Südsee-Sammlung ist der historische Bestand der von Kapitän Karl Nauer (1874-1962) in diesen Jahren gesammelten Ethnographika. Quantitativ und qualitativ handelt es sich bei den ethnographischen Objekten aus Melanesien und Mikronesien um eine der eindrucksvollsten Ozeanien-Sammlungen im süddeutschen Raum, und um eine außerordentliche Bereicherung der regionalen Museumslandschaft.

Kolonialgeschichte

Die historischen Exponate stammen in erster Linie aus dem Bismarck-Archipel, die Sammlung umfasst Alltagsobjekte wie Waffen oder Kopfbedeckungen ebenso wie seltene Kultgegenstände. Die Bandbreite reicht dabei von Obsidian-Dolchen und –Speeren von den Admiralitätsinseln über Ahnenfiguren, darunter eine Uli-Figur von Neu-Irland (damals Neu-Mecklenburg), bis zu einem Initiandenhut der Upi von den nördlichen Salomonen.

Der Bestand der Südsee-Sammlung beinhaltet überdies an die 400 Glasplatten-Negative, die Karl Nauer in der Südsee aufnahm. Diese stellen eine besonders wertvolle Quelle zur Kontextualisierung der materiellen Objekte dar.

Südseesammlung ist bei:

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