Museum

Walchensee Museum

Urfeld: Das Museum im ehemaligen „Hotel zur Post”. Künstler, die am Walchensee gelebt und gewirkt haben, insb. Lovis Corinth, der 1918-1925 zeitweise in Urfeld wohnte. Umfangreiche heimatkundliche Sammlungen.

Urfeld und der Walchensee sind eng mit dem Schaffen des dem 1858 in Tapiau (Ostpreußen) geborenen und 1925 in Zandvoort (Holland) gestorbenen Malers, Zeichners und Grafikers Lovis Corinth verknüpft.

Corinth erbaute 1918/19 zusammen mit seiner Frau Charlotte Berend in Urfeld am Walchensee ein Haus und malte dort bis zu seinem Tod seine berühmten Walchenseebilder.

Das Museum der Friedhelm-Oriwol-Stiftung im ehemaligen „Hotel zur Post” am Ufer des Sees widmet sich vor allem den Künstlern, die am Walchensee gelebt und gewirkt haben.

In insgesamt zwanzig Räumen erwartet die Besucher eine der bedeutendsten graphischen Sammlungen von Lovis Corinth in Deutschland.

Unter anderem zeigt es die Grafikzyklen „Bei den Corinthern”, „Das ABC”, „Das Buch Judith”, „Das Hohe Lied”, „Anna Boleyn” sowie zahlreiche andere Graphiken, Lithographien und Radierungen Corinths.

Vier weitere Konvolute befassen sich mit Frauen, die in jener Zeit um ihre Anerkennung kämpfen mußten.

Charlotte Berend-Corinth

Als Schülerin trat Charlotte Berend 1901 in Berlin in die Malklasse von Lovis Corinth ein – und wurde 1904 seine Frau. Ihre eigenen Werke, zahlreiche Bilder, Grafiken und Buchillustrationen gerieten in den Schatten ihres Mannes, der ihr sogar das Malen der Walchenseelandschaft verbot.

Maria Marc

Maria Franck heiratete 1913 den berühmten Maler Franz Marc und lebte ab Frühjahr 1914 mit ihm in einem eigenen Haus in Ried bei Kochel am See. In seinem Umkreis fertigt sie Webstücke mit z.T. surrealistischen Mustern an. Nachdem Franz Marc 1916 gefallen war, übernahm Maria die Nachlassverwaltung.

Charlotte von Maltzahn

Charlottes adelige Eltern verboten ihr, da nicht standesgemäß, eine Ausbildung zur Künstlerin. Mit zähem Willen und großen finanziellen Einbußen ertrotzte sie sich eine Malerausbildung. Mit ihrem expressionistischen Hauptwerk zählt sie zu den ganz frühen Vertreterinnen der Moderne in Deutschland. Sie trat jedoch mit ihren Werken zeitlebens nie an die Öffentlichkeit: fast ein Jahrhundert lang lagerten hunderte Gemälde, Zeichnungen und Graphiken unbeachtet auf Dachböden, bis schließlich 2017 der Ankauf durch das Walchensee Museum der Friedhelm Oriwol-Stiftung erfolgte.

Hermine Recher

Hermine, Tochter des berühmten Pianisten Berthold Kellermann, lernte den akademischen Maler Peter Emil Recher bei einer Schlittenfahrt am Kesselberg kennen. Nach ihrer Heirat gab sie ihrem Mann den Vortritt.

Ein bemerkenswertes Werk ist auch Rudolf Fuchs’ Kopie nach Franz Marcs 1913 geschaffenem „Turm der Blauen Pferde” in Öl auf Faserplatte , denn das Original gilt seit 1945 als verschollen.

Heimatkunde-Sammlung

Darüber hinaus zeigt das Museum umfangreiche heimatkundliche Sammlungen zum Walchen- und Kochelsee, zum Walchensee-Kraftwerk, Herzogstand, Kesselbergrennen, den Gemeinden Jachenau und Schlehdorf und vieles mehr, dazu Wiederentdecktes aus den Familien Richard Wagner, Franz Liszt, Berthold Kellermann und Peter Emil Recher.

Der Verfasser hat das Museum am 24.9.2021 besucht.

Walchensee Museum ist bei:

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